T-Mobil-Chef schrieb an Regulierer
UMTS-Lizenzinhaber fürchten Funk-Computernetze

Die Inhaber der teueren UMTS-Lizenzen fürchten Konkurrenz durch praktisch kostenlose Funk-Computernetze, so genannte Wireless Local Area Networks (WLAN).

ap BONN. Die Regulierungsbehörde in Bonn bestätigte am Mittwoch einen Bericht des Anlegermagazins "Telebörse", über einen Brief von T-Mobil-Chef Rene Obermann an den Präsidenten der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth. Obermann äußert darin Sorge über eine Beeinträchtigung der Erlöse aus UMTS.

WLANs sind Funknetze für die Datenverbindung zwischen Computern mit einer Reichweite von 30 bis 100 Metern. Das dafür verwendete Frequenzband ist im Gegensatz zu den UMTS-Frequenzen ohne Lizenzgebühr freigegeben worden.

Während über UMTS voraussichtlich frühestens Ende nächsten Jahres ein Datendurchsatz von maximal zwei Megabit pro Sekunde erreichbar sein soll, sind schon heute verfügbare WLANs mit bis zu 11 Megabit pro Sekunde erheblich schneller. Nachteil des FunkLANs ist die geringe Reichweite um die Sendestation. Ein Betrieb im fahrenden Auto ist damit nicht möglich. Wohl aber entstehen solche Netze derzeit als Internetzugänge beispielsweise in Flughäfen, Hotels und Messehallen. Reisende können dann ihre mit Funkkarten ausgerüsteten Laptop-Computer drahtlos ins Internet verbinden.

T-Mobil-Sprecher Stephan Althoff sagte, seinem Unternehmern schlotterten nicht gerade die Knie vor der möglichen UMTS-Konkurrenz, zumal die denkbare Zielgruppe solcher Angebote sehr klein scheine. Die Telekom-Tochter habe aber auf den Umstand hinweisen wollen, dass sie 16,7 Milliarden Mark (8,5 Milliarden Euro) für die UMTS-Lizenz mit einem sehr geringen Frequenzspektrum gezahlt habe, während ein Frequenzband von 500 Megahertz für die WLANs kostenlos sei. Obermann habe an Kurth appelliert, darauf zu achten, dass nicht ein sehr ungleiches Spiefeld entstehe.

Der Sprecher der Regulierungsbehörde, Harald Dörr, sagte, auch andere UMTS-Lizenznehmer hätten das Thema bereits angesprochen. Es stehe aber nicht aktuell auf der Tagesordnung. Dörr gab zu bedenken, dass es für Deutschland oder die EU keinen Grund zum Vorgehen gegen WLANs gebe, so lange die internationale Frequenzverteilung der Dachorganisation ITU diese Frequenzen als frei zugänglich einstufe.

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