T-Mobil führt Bieterfeld an
UMTS-Auktion geht in Endphase

Die Gebote lagen am Freitag nach der 125. Runde bei 59,1 Mrd. DM. Das waren rund zehn Mrd. DM mehr als am Ende des Vortages.

vwd/dpa MAINZ. Die Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen in Mainz geht allmählich in die Endphase. Die Gebote lagen am Freitag nach der 125. Runde bei rund 59,1 Mrd. DM. Das waren rund zehn Mrd. DM mehr als am Ende des Vortages. Alle sieben Bieter waren Ende der zweiten Auktionswoche noch im Rennen. Beobachter gehen davon aus, dass in der kommenden Woche in Mainz eine Entscheidung fallen wird.

Nach dem derzeitigen Stand der Versteigerung würde die UMTS- Auktion dem Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) einen Betrag in die Kasse spülen, der fast drei Mal so hoch ist, wie eingeplant. Experten rechnen damit, dass die Erlöse aus der Auktion das britische Ergebnis (75 Mrd. DM) vom April übertreffen werden. Eichel will die Mittel vollständig zur Tilgung von Staatsschulden verwenden. Dagegen forderte Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) erneut eine Beteiligung der Länder an den UMTS- Erlösen.

"Es darf nicht sein, dass der Bund den Verkaufserlös allein einstreicht und die Länder auf den Steuerausfällen sitzen bleiben", sagte Teufel. Zuvor hatte sich auch der Regierungschef von Rheinland- Pfalz, Kurt Beck (SPD), für einen solchen Ausgleich ausgesprochen. Bei den Erlösen aus der Versteigerung, so Teufel, handele es sich um Einnahmen, die bei der Verteilung der Umsatzsteuer zwischen Bund und Ländern berücksichtigt werden müssten.

An die Spitze der Bieter setzte sich die Telekom-Tochter T-Mobil. Sie war bereit, für eine große Lizenz (drei Frequenzpakete) 14,1 Mrd. DM zu zahlen. In Großbritannien hatte Tochterfirma One2One umgerechnet für zwölf Mrd. DM eine (kleinere) UMTS- Lizenz ersteigert. Für eine Konzession mit zwei Paketen bewegten sich die Gebote bereits auf zehn Mrd. DM zu.

Beobachter gehen davon aus, dass sich die ersten Bieter angesichts der hohen Kosten in den nächsten Runden aus der Auktion verabschieden könnten. Man befinde sich in einer heißen Phase der Versteigerung, sagte der Präsident der Regulierungsbehörde, Klaus- Dieter Scheurle, dem InfoRadio Berlin- Brandenburg. "Ich denke schon, dass das jetzt in die Endphase geht".

Nach dem bisherigen Verlauf der Auktion und dem Bieterverhalten müssen Mannesmann, T-Mobil und Mobilcom als die klaren Favoriten gesehen werden. Als starken Bewerber sehen Experten außerdem E Plus/Hutchison, - hinter denen die niederländische KPN und die japanische NTT DoCoMo stehen. Ein weiterer Bieter ist VIAG Interkom, die in der Auktion bislang nicht stark aufgefallen ist.

Als Kandidaten für einen vorzeitigen Rückzug wurden erneut die Telefongesellschaft debitel (Swisscom) und das finnisch/spanische Konsortium Group 3G (Sonera/Telefónica) genannt. Anzeichen für einen Ausstieg dieser Unternehmen gibt es aber nicht. Die Versteigerung ist erst beendet, wenn keiner der Bewerber in einer Runde neue Höchstgebote vorlegt.

Aus den insgesamt zur Verfügung stehenden zwölf Frequenzpaketen werden vier bis sechs UMTS-Lizenzen vergeben. Dabei müssen zwei, höchstens aber drei Pakete ersteigert werden. Scheurle geht davon aus, dass am Ende fünf Bieter zum Zuge kommen. Der Kauf einer UMTS-Lizenz sei für die Unternehmen sehr lukrativ, sagte er. Denn mit der Lizenz bekämen sie ein hervorragendes Sprungbrett für den europäischen Telekom - Markt. Die UMTS-Technik soll ab dem Jahr 2003 die superschnelle Datenübertragung und Multimedia über Handy ermöglichen.

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