T-Mobil ohne Kooperationspartner
Last-Minute-Allianzen erzeugen Spannung

Nach den eher unspektakulären UMTS-Versteigerungen in Italien und Österreich wird es hingegen in der Schweiz am Montag richtig spannend.

dpa GENF. Nach den eher unspektakulären UMTS-Versteigerungen in Italien und Österreich wird es in der Schweiz noch einmal richtig spannend. Die britische Vodafone hat fünf Tage vor Beginn der Auktion ihren Einstieg bei der künftigen Swisscom-Tochter Mobile AG bekannt gegeben. Der ehemalige Schweizer Telefonmonopolist Swisscom geht damit deutlich gestärkt ins Rennen um die Mobilfunk-Lizenzen der dritten Generation. Gleichzeitig schließt Vodafone eine ihrer letzten Lücken auf der europäischen Landkarte.

Ein weiterer Schweizer UMTS-Bewerber, der Mobilfunkbetreiber Orange, hat kurz vor der Zielgeraden noch Schützenhilfe von einem Großkonzern erhalten. Mit der Übernahme des bisher vom deutschen Energieriesen E.ON gehaltenen Anteils von 42,5 % zeigt France Télécom, dass man mit Orange bei der Auktion rechnen muss.

In der Schweiz bewerben sich insgesamt neun Firmen um vier UMTS-Lizenzen. Branchenkenner halten es allerdings für möglich, dass sich bis Montag noch weitere Last-Minute-Allianzen bilden.



Telekom-Tochter T-Mobil hofft ebenfalls auf Lizenzen

Nach erfolglosen Kooperationsgesprächen mit Swisscom und dem Schweizer Mobilfunkanbieter diAx geht die Telekom-Tochter T-Mobil voraussichtlich alleine ins Rennen. Weitere Bewerber sind Hutchison 3 G, die norwegische Telenor, sowie Cablecom und die Schweizer Mobilfunk-Betreiber Sunrise und diAx. Bei Sunrise gehören British Telecom und Tele Danmark zum Kreis der Aktionäre.

Aus der Dreier-Allianz Team 3 G sind unterdessen die finnische Sonera und die australische One.Tel ausgestiegen. Übrig geblieben ist alleine die spanische Telefónica, die aber auf jeden Fall in Bern, mitbieten will. "Wir werden an der Auktion in der Schweiz teilnehmen, und wir werden nicht allein sein", erklärte Telefónica-Chef Luis-Chef Chef am Montag voller Zuversicht.

Die hektische Geschäftigkeit unter den neun Bewerbern lässt darauf schließen, dass die Telekommunikationsfirmen in der Schweiz keine preisgünstigen Lizenzen wie in Italien und Österreich erwarten. Die österreichische Auktion war bereits nach zwei Tagen zu Ende gewesen und hatte nur knapp 1,4 Mrd. DM eingebracht. In der Schweiz, einem Land mit starker Kaufkraft und großer Handy-Dichte, rechnet man dagegen mit einem Ergebnis zwischen vier und zehn Mrd. Franken.

Das Mindestgebot für eine Schweizer Lizenz liegt bei 50 Mill. Franken (rund 62,4 Mio DM/32 Mio Euro). Nach dem Start der Auktion am kommenden Montag soll die Summe in der ersten Runde um 20 % erhöht werden. Am ersten Tag gibt es bereits vier Auktionsrunden.

Wer eine der vier Schweizer Bewilligungen ergattert, darf ab 2002 ein UMTS-Netz (Universal Mobile Telecommunications System) betreiben. Diese Technologie ermöglicht eine im Vergleich zum heutigen GSM- Standard deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeit.

Widerstand regt sich unterdessen bei den Schweizer Umweltverbänden. Sie haben sich gegen die Einführung der dritten Mobilfunkgeneration ausgesprochen, wenn die dadurch zu erwartende Strahlenbelastung nicht eingedämmt wird. In der Schweiz müssen für das UMTS-Netz bis zu 12 000 neue Antennen aufgestellt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%