T-Mobile geht 2002 an die Börse
Telekom-Chef Ron Sommer bedauert den Kursverfall der T-Aktie

Das Bundesfinanzministerium hat sich erneut hinter den Chef der Deutschen Telekom, Ron Sommer, gestellt. "Es gibt keinen Anlass für die Bundesregierung, an der Person von Herrn Sommer zu zweifeln", sagte eine Sprecherin am Dienstag.

Reuters BERLIN. Finanzminister Hans Eichel (SPD) habe Sommer in einem Gespräch am Montag in Berlin nicht angegriffen oder kritisiert. Sommer sprach auf der Halbjahrespressekonferenz in Berlin von einem "Routinegespräch". Sommer teilte weiter mit, der Bonner Konzern berate mit dem Großaktionär Hutchison Whampoa, wie die Gruppe aus Hongkong ihre T-Aktien marktschonend verkaufen kann. Die T-Aktie zog am Dienstag zeitweise um knapp fünf Prozent auf 19 ? an, büßte die Zuwächse im Verlauf aber wieder weitgehend ein.

Deutsche Telekom - Intraday-Chart

Die Ministeriumssprecherin sagte, die Telekom sei mittel- und langfristig auf Erfolgskurs. "Es ist selbstverständlich, dass Herr Eichel sich in dieser Situation von Herrn Sommer persönlich informieren lässt." Das Treffen sei "überhaupt nichts Spektakuläres gewesen". Neben Sommer nahm an dem Treffen nach Telekom-Angaben auch Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick teil. Inhalte des Gesprächs nannte auch die Telekom nicht.

Die FTD berichtete, Eichel habe Sommer einbestellt, um zu erfahren, wie Sommer die Telekom mittelfristig wieder auf Kurs bringen wolle. Der Bund hält noch etwa 43 % der Anteile. Über eine Abberufung Sommers werde aber nicht nachgedacht, zitierte die FTD die Kreise: "Wenn überhaupt, kann man allenfalls von einer Gelben Karte sprechen." Sommer sagte bei der Vorlage der Halbjahreszahlen des Konzerns in Berlin, es habe sich um ein "Routinegespräch" gehandelt, aus dem er keine Details nenne.

Gespräche mit Hutchison

Sommer sagte weiter, die Telekom befinde sich in Gesprächen mit Hutchison darüber, wie die Hongkonger Gruppe ihre T-Aktien marktschonend verkaufen könne. Nach dem Ende der Haltefrist im Zusammenhang mit dem Voicestream-Kauf könnten 170 Mill. weitere Aktien in den Markt zurückfließen, sagte Sommer. Bereits am Wochenende hatte die Telekom mitgeteilt, die finnische Sonera von ihrer Haltefrist entbunden zu haben, wodurch Sonera 21,9 Mill. Aktien vorzeitig verkaufen konnte. Auch Hutchison hatte erklärt, man berate mit der Telekom über einen "geordneten Verkauf". Die Gruppe aus Hongkong hatte in einem Termingeschäft Anfang August rund 35 Mill. T-Aktien verkauft. Der Kurs war danach auf Grund von Sorgen über weitere mögliche Verkäufe von Großaktionären um mehr als 30 % auf den tiefsten Stand seit rund dreieinhalb Jahren eingebrochen.

Die Telekom hatte beim Kauf der US-Mobilfunkfirmen Voicestream und Powertel rund 1,1 Mrd. neue Aktien an deren ehemalige Aktionäre, darunter Sonera und Hutchison, ausgegeben. Diese Aktionäre waren allerdings dazu verpflichtet worden, die Aktien eine gewisse Zeit zu halten. Die Fristen dazu laufen Anfang September beziehungsweise Anfang Dezember aus.

Die Telekom wird nach eigenen Angaben in den kommenden drei Jahren durch den Zukauf der beiden US-Mobilfunktöchter deutliche Steigerungen beim Vorsteuerergebnis erreichen und beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) 2002 in den USA schwarze Zahlen schreiben. Beim Umsatz und beim Ebitda werde die Telekom ein durchschnittliches jährliches Wachstum bis 2004 um einen zweistelligen Prozentsatz aufweisen.

Zehn Mrd. Euro aus Börsengang von T-Mobile

Die Telekom rechnet damit, bei dem auf das kommende Jahr verschobenen Börsengang der Mobilfunksparte T-Mobile rund zehn Mrd. ? erlösen zu können. Dies geht aus einer Übersicht zum geplanten Schuldenabbau des Konzerns hervor, die in Berlin veröffentlicht wurde. In der Übersicht legt die Telekom erstmals einen detaillierten Plan vor, wie bis Ende 2002 die Netto-Verbindlichkeiten von derzeit 65,5 Mrd. ? um ein Viertel auf rund 50 Mrd. ? sinken sollen.

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