T-Mobile kommt auch voran
Telekom macht unerwartet Gewinn

Die Deutsche Telekom will nach dem vergangenen Krisenjahr bereits am Jahresende wieder Gewinne ausweisen. Angesichts einer unerwartet deutlichen Senkung der Milliardenverschuldung sollen nicht-strategische Beteiligungen nicht mehr um jeden Preis veräußert werden.

Reuters BONN. Nach dem größten Verlust der deutschen Firmengeschichte im Jahr 2002 mit knapp 25 Mrd. ? wies der Konzern erstmals nach sechs verlustreichen Quartalen durch Effizienzsteigerungen wieder einen Nettogewinn in Höhe von rund 100 Mill. ? aus. Analysten hatten für das erste Vierteljahr lediglich mit einem auf 549 Mill. ? von 1,4 Mrd. ? im Vorjahresquartal gesunkenen Nettoverlust gerechnet.

Der seit Mitte November 2002 amtierende Vorstandschef, Kai-Uwe Ricke, sagte, "ich hoffe, am Jahresende sagen zu können, dass die Telekom - trotz des schwierigen Umfeldes - wieder schwarze Zahlen schreibt." Der Abwärtstrend sei gebrochen. Analysten hatten erst für 2004 mit einer Rückkehr in die Gewinnzone gerechnet. An der Börse wurden die Aktien mit 4,3 % im Plus bei 12,26 ? gehandelt.

Operatives Geschäft läuft besser als erwartet

Auch beim operativen Ergebnis (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) übertraf die Telekom mit 4,5 (Vorjahr 3,782) Mrd. ? die Prognose der von Reuters befragten Analysten von 4,247 Mrd. ?. Zu dem Anstieg hätten alle vier Konzernsparten (Festnetz, Mobilfunk, Systemgeschäft und Internet) beigetragen, hieß es. Für das Gesamtjahr engte die Telekom ihre bisherige Prognose für das Ebitda ein und erwartet nun einen operativen Gewinn von 17,2 bis 17,7 Mrd. ? nach 16,3 Mrd. ? im Vorjahr.

Vor allem die im Vorjahresquartal wegen Preissenkungen unter Margendruck leidende Festnetzsparte T-Com überraschte in den Monaten Januar bis März mit einem kräftigen Anstieg des operativen Gewinns auf 2,7 Mrd. ?. T-Mobile erhöhte das Ebitda um ein Viertel auf 1,5 Mrd. ?. Die US-Mobilfunktochter steigerte bei verdreifachtem Ebitda von 323 Mill. ? ihren Marktanteil weiter. In Deutschland blieb der Mobilfunk-Kundenzuwachs dagegen mit rund 300 000 Neukunden verhalten. Der Anstieg des Konzernumsatzes auf 13,6 Mrd. ? von 12,770 Mrd. ? blieb jedoch unter den Analystenerwartungen von 13,736 Mrd. ?, da sich der schwache Dollar- und Pfund-Kurs zum Euro negativ auswirkte.

Dank Währungseffekten, Beteiligungsverkäufen und höheren freien Kapitalmitteln konnte die Telekom ihre im Blickpunkt der Investoren stehende Verschuldung um 4,8 Mrd. ? auf 56,3 Mrd. ? senken. "Da wir bereits auf diesem Gebiet (dem Schuldenabbau) gute Erfolge vorweisen können, können wir nun die Möglichkeiten jeweils etwas kritischer unter die Lupe nehmen", sagte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick. Der Schwerpunkt des Beteiligungsverkaufs werde auf Immobilien liegen. Ein erwogener Verkauf des Funkturmgeschäfts sei nicht mehr geplant, da in der Tochter steckende stille Reserven zu erheblichen Steuerbelastungen führen würden, sagte Eick.

Der größte europäische Telekom-Konzern bekräftigte erneut sein Ziel, bis Jahresende die Schulden durch Kosteneinsparungen und Beteiligungserlöse auf knapp 50 bis rund 53 Mrd. ? zu verringern. Diese Spanne würde einer Verschuldung von maximal dem Dreifachen des erwarteten operativen Ergebnisses (Ebitda) entsprechen. Das Erreichen dieser seit der zweiten Jahreshälfte 2002 angestrebten Schulden-Obergrenze dürfte die Telekom vor erneuten Herabstufungen bei der Bonität bewahren.

Analysten bewerten Zahlen positiv

Analysten bewerteten die Geschäftszahlen positiv und äußerten sich überrascht zu der Rückkehr in die Gewinnzone. "Die Zahlen sind sehr positiv", sagte Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin. Vor allem der trotz der Dollar-Schwäche erzielte Ebitda-Zuwachs bei T USA-Mobile sei "sehr stark". Ein Vergleich mit den europäischen Konkurrenten zeige jedoch, dass die Telekom ihre binnen Jahresfrist auf 32,9 von 29,6 % gesteigerte operative Gewinnmarge noch ausbauen könne.

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