T-Mobile und O2 verhandeln noch
Vodafone sichert sich Bundesligarechte von Kirch

Ob per Handy oder PC: Der Verkauf der Multimedia-Rechte von Live-Bildern der Bundesliga soll Kirch Media Millionen in die Kassen spülen. Den Anfang macht jetzt Vodafone, das sich als erstes Unternehmen diese Rechte gesichert hat.

WINDECK. Kirch Media hat 290 Millionen Euro an die Deutsche Fußball-Liga (DFL) für Fernseh- und Multmediarechte bezahlt. Nach dem Verkauf der TV-Lizenzen an den Pay-TV-Kanal Premiere und die diversen Free-TV-Sender hat der Rechtehändler jetzt die ersten Multimediarechte der Bundesliga verkauft.

"Wir sind mit Vodafone eine Partnerschaft für die Rechte an der Bundesliga eingegangen. Aber das sind keine Exklusivrechte, wir verhandeln auch mit den anderen Anbietern", sagte am Montag Kirch-Media-Unternehmenssprecherin Christine Knoepffler dem Handelsblatt. Der Mobilfunkanbieter soll nach Brancheninformationen einen siebenstelligen Betrag zahlen, der Gesamtwert der Multimediarechte wird auf etwa zwölf Millionen Euro geschätzt. Vodafone wollte die Partnerschaft zunächst nicht bestätigten.

Die Buli Vermarktungs GmbH, eine 100prozentige Tochter von Kirch Media, verhandelt aber auch mit den anderen Telekommunikationsfirmen. Denn um die milliardenteuren UMTS-Lizenzen zu nutzen, benötigen die Unternehmen auch den Sport als Lockmittel für die Kunden. So setzt man jetzt auf die MMS-Technik als Weiterentwicklung der SMS.

MMS-taugliche Handys sind noch Mangelware

Technischer Dienstleister für dieses Angebot ist Sport1/Plazamedia. Diese Kirch-Media-Tochter hatte schon während der WM in Japan und Südkorea für Vodafone ein Angebot produziert, bei der Bundesliga wird nun die neue Technik MMS produziert. "Der Vorteil ist, vom Video-Signal können wir sofort Foto-Shots anbieten und zeitnah versenden, das ist aber in der Qualität nur mit MMS möglich", erklärt Sport-1-Sprecher Thomas Medau. Einziger Nachteil: Noch sind nur knapp drei Prozent der Handys auf dem Markt sind MMS-tauglich.

Die Konkurrenz schaut vorerst in die Röhre: Die Deutsche Telekom zahlt 20 Millionen Euro jährlich als Partner von Bayern München und der Münchener Anbieter 02 engagiert sich mit zehn Millionen Euro pro Saison bei Bayer Leverkusen. Doch um Spielszenen von ihren Partnern zu zeigen, müssten beide Konzerne diese Rechte bei Kirch Media erwerben.

Anfang des Jahres hatte die Telekom beim Bieterwettbewerb um die Bundesligarechte mit Kirch-Konkurrent AIM, der Agentur des Münchner Filmhändlers Heribert Kloiber, in einem Boot gesessen. Damals hatten die Bonner nach Medienberichten 30 Millionen Euro für die Multimediarechte geboten. Auch mit der Buli Gmbh soll nach Informationen aus DFL-Kreisen schon eine Grundvereinbarung bestanden haben, doch seit dem Abgang des Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer soll das Interesse gesunken sein.

02 zögert noch

Im Moment konzentriert sich die Telekom auf sein Engagement beim Sponsoringpartner FC Bayern München. Mit aktuellen Nachrichten von den Spielen sowie Live-Übertragungen vom Training und den täglichen Pressekonferenzen gestaltet T-Online die Webseite der Bayern mit. Ähnlich geht es bei Bayer Leverkusen zu. Mit dem Partner 02 überträgt Bayer Bilder vom DFB-Pokal und ebenfalls bewegte Bilder vom Training und Pressekonferenzen. Über ein WAP- und ein PDA-Portal gibt es unter anderem eine Fotogalerie mit aktuellen Spielszenen.

Ob das Münchner Unternehmen weitere Rechte kauft, ist noch unklar. "Das Thema Kirch Media und Bildrechte wird natürlich bei uns intern diskutiert. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht getroffen", erklärte 02-Pressesprecher Frank Wienstroth. Und E-Plus hatte bisher in Zusammenarbeit mit dpa und dem Kicker über i-mode ebenfalls Infos und Fotos von der Liga angeboten.

Leverkusens Finanzmanager und DFL-Aufsichtsratmitglied Wolfgang Holzhäuser setzt für die Zukunft mehr auf das Internet. "Wenn die Bilder per Satellit übertragen werden, dann wird das alles noch fernsehtauglicher. Denn Breitbandkabel werden schon aus technischen Gründen nicht überall hin verlegt werden können." Das Interesse an fernsehtauglicher Qualität hat noch einen anderen Hintergrund. Der Manager wäre an einer Beteiligung der Liga am Deutschen Sportfernsehen (DSF) interessiert: "Es wäre gut, wenn die DFL einen Teil des Netzes hätte, wenn die öffentlich-rechtlichen Sender wieder einmal den starken Mann spielen." Vor einem Einstieg müssten noch zwei Dinge geklärt werden. "Wer wird der neue Investor bei Kirch Media und die DFL müsste die Struktur des DSF erst einmal analysieren."

In dieser Option auf 25 Prozent am DSF sind auch die Datenbank IPM sowie Sport 1 enthalten. Weil die DFL die Seite www.bundesliga.de betreibt, wäre eine Kooperation mit Sport 1 möglich. "Da sind Synergien denkbar", so Holzhäuser.

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