T-Mobile und Vodafone bleiben hart
Keine Sonderabschreibung im UMTS-Geschäft

Die beiden führenden Mobilfunkanbieter in Deutschland, T-Mobile und Vodafone D2, sehen keine Veranlassung, Wertberichtigungen für ihre UMTS-Mobilfunk-Geschäfte in Deutschland vorzunehmen.

Reuters FRANKFURT. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von D2, Jürgen von Kuczkowski, sagte am Dienstag bei der Vorlage der jüngsten Geschäftsergebnisse, "ich sehe keine Notwendigkeit für eine Sonderabschreibung". Die laufenden Investitionen in den Aufbau der UMTS-Netze seien von den Geschäftsplänen weiterhin gedeckt.

Marktführer T-Mobile wollte vor der Bekanntgabe seines Geschäftsberichts für das dritte Quartal am Donnerstag keine Stellungnahme zu möglichen Abschreibungen abgeben. Aus Branchenkreisen verlautete jedoch, ungeachtet eines vom Telekom-Vorstand geplanten Wertberichtigungsbedarfs auf Beteiligungen und Firmenwerte in Höhe von knapp 30 Milliarden Euro stehe keine Sonderabschreibung im deutschen UMTS-Geschäft an. Den Kreisen zufolge wird die Telekom allerdings vor allem Abschreibungen auf ihr US-Mobilfunkgeschäft vornehmen und von den Wertberichtigungen den Heimatmarkt aussparen.

Im Gegensatz zu den beiden Mobilfunkmarktführer mit einem Marktanteil von jeweils etwa rund 40 Prozent haben drei kleinere Anbieter in Deutschland bereits weit reichende Abschreibungen auf die Investitionen in die Mobilfunktechnik UMTS vorgenommen. Die Muttergesellschaft des drittgrößten Netzbetreibers E-Plus, KPN, schrieb den Wert der im Jahr 2000 für rund 16,5 Milliarden DM ersteigerten UMTS-Lizenz inzwischen aus der Firmenbilanz weitgehend ab.

Das unter dem Namen Quam angetretene Gemeinschaftsunternehmen der Konzerne Telefonica und Sonera hat sein operatives Mobilfunkgeschäft sogar ganz eingestellt. Der Wert der UMTS-Lizenz in den Bilanzen der spanischen und finnischen Muttergesellschaften wurde nahezu auf Null reduziert. Quam rechnet Angaben aus Branchenkreisen zufolge noch mit einem geringen Erlös bei einer möglichen Veräußerung der UMTS-Lizenz. Die France Telecom-Tochter Orange, die gemeinsam mit MobilCom eine UMTS-Lizenz für Deutschland ersteigert hatte, hatte die Lizenzkosten bereits im März komplett abgeschrieben.

Grund für die milliardenschweren Abschreibungen sind die deutlich gesunkenen Geschäftsaussichten für den UMTS-Mobilfunk. Neben technisch bedingten Verzögerungen bei der Markteinführung haben sich wegen der Zurückhaltung der Konsumenten die Umsatzerwartungen in der Branche inzwischen als zu optimistisch erwiesen. Den beiden Branchenführern werden von Analysten im Vergleich mit den kleinen Anbietern noch die besten Chancen eingeräumt, die milliardenschweren Kosten für die Lizenz und das UMTS-Mobilfunknetz durch Kundenumsätze zu refinanzieren.

Während Vodafone den Start der Vermarktung von UMTS-Diensten in Deutschland noch im ersten Halbjahr 2003 plant, will T-Mobile frühestens zur Jahresmitte mit dem kommerziellen Netzstart beginnen. Mit nennenswerten Umsätzen rechnen beide Anbieter trotz ihrer Kundenbasis von deutlich mehr als 20 Millionen Mobilfunk-Nutzern erst in den Folgejahren.

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