T-Motion startet neue mobile Datendienste – Inhalte-Zulieferer werden an Umsätzen beteiligt
Bessere Wap-Inhalte gibt es nur gegen Gebühr

Wap bekommt eine zweite Chance: T-Motion, das Mobilfunkportal der Deutschen Telekom, startet heute mit neuen Angeboten für das mobile Internet. Zum ersten Mal werden nach einer Testphase Abogebühren erhoben und die Inhalte-Zulieferer an diesen Umsätzen beteiligt.

slo HB DÜSSELDORF. T-Motion und damit auch die Telekom-Mobilfunksparte T-Mobile wollen jetzt verstärkt dazu übergehen, für Spiele und Informationen via Handy Geld zu verlangen - über die Telefonkosten hinaus. "Die Inhalte-Qualität wird sinken, wenn Nutzer nicht dafür zahlen", sagt T-Motion Chef Nikesh Arora. Inhalte kostenlos anzubieten sei kein zukunftsfähiges Geschäftsmodell.

Dienste wie Börsenkurse und Hotelinfos, Musik und Logos zum Herunterladen, Web-Shopping und Banking sollen das Mobiltelefon in einen Alleskönner verwandeln und damit unverzichtbar machen. In Zukunft sollen solchen Anwendungen die Milliardensummen einspielen, die die Mobilfunknetzbetreiber für die neue Übertragungstechnik UMTS investieren.

Bisher haben sich die Deutschen mit dem mobilen Internet nicht angefreundet. T-Motion nennt zwar 2 Millionen Wap-Nutzer, die im Schnitt zwei Minuten pro Monat mit ihrem Handy surfen, aber das Geschäft kommt nur langsam auf Touren. "Daran wird sich auch nicht so schnell etwas ändern", sagt Carsten Schmidt, Analyst bei der Marktforschungsagentur Forrester. "Wap ist bei den heutigen Übertragungsraten in GSM-Netzen per se nicht nutzerfreundlich." Erst wenn es attraktive Inhalte und eine ausreichende Zahl GPRS-Handys gebe, die eine schnellere Übertragung erlauben, werde Wap populär.

Viele Netzbetreiber sind bereits dazu übergeschwenkt, bestimmte Dienste im mobilen Internet extra zu berechnen. Diese werden in der Regel häufiger aktualisiert als die kostenlosen Services, haben eine bessere Navigation und sind umfangreicher. Diesen Mehrwert will jetzt auch T-Motion anbieten. Das Ziel: "Schnelle und innovative Inhalte, die dem Kunden Nutzen bringen", sagt Arora, "ein Killer-Erlebnis" solle es werden. "Erst muss Wap funktionieren, bevor wir UMTS-Inhalte entwickeln."

Gleichzeitig sollen die Inhalte-Lieferanten motiviert werden, die passenden Dienste zu entwickeln. Dafür bekommen sie bis zu 50 % der Abo-Gebühren. Diese werden nach einer Testphase von drei Monaten bei 19,55 DM monatlich für ein Bündel von Diensten liegen. Ein ähnliches Bezahlsystem hat der japanische Mobilfunker NTT Docomo für I-Mode, das dortige Web via Handy, eingeführt. Mehr als 20 Millionen Japaner nutzen I-Mode.

In Europa basteln nach Angaben von Booz Allen & Hamilton etwa 3000 Start-ups an mobilen Web-Inhalten. Sie warten nicht auf das UMTS-Zeitalter, sondern arbeiten an Diensten, die mit der geringeren Bandbreite der heutigen GSM-Netze auskommen. Die meisten setzen dabei auf Spiele und so genannte ortsgebundene Dienste, die einen zur nächsten Kneipe oder Tankstelle lotsen. Viele der Inhalte-Zulieferer schreiben magere Umsätze und fordern immer wieder eine Umstellung der Gebührenmodelle bei den Netzbetreibern. So müssten Inhalte abhängig von der Zugriffszahl bezahlt werden. Das setzt jedoch voraus, dass die Mobilfunker ihr Abrechnungssystem umstellen, was bei einigen Unternehmen noch nicht abgeschlossen ist.

Das Abogebühren-Modell, wie es T-Motion und nächstes Jahr auch E-Plus für die europäische I-Mode-Variante einführen wollen, gilt als kleine Verbesserung: "Vor allem für die kleineren Content Provider ist das eine gute Möglichkeit, Kunden zu gewinnen und eine Marke zu schaffen", sagt Forrester-Analyst Schmidt.

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