T-Online im Umbruch
Kommentar: Medien sind ein riskantes Geschäft

Das Internet als "Programm", aus dem sich Nutzer nach Lust und Laune Infotainment-Schnipsel auf den Rechner laden, sich mit Online-Spielen vergnügen und nebenbei noch eine Kinokarte kaufen oder eine Woche Pauschalurlaub buchen. So oder ähnlich will T-Online - Chef Thomas Holtrop seine Vision verstanden wissen, mit der er die Internettochter der Deutschen Telekom aus den roten Zahlen führen will.

Doch der angestrebte Umbau zum Internet-Medienhaus ist ein riskanter Plan. Falls die Darmstädter T-Online - Strategen tatsächlich darauf setzen, größere Umsätze mit kostenpflichtigen Inhalten zu erwirtschaften, sei ein Verweis auf das Pay-TV-Desaster "Premiere World" gestattet, in das der Medienunternehmer Leo Kirch bereits Milliarden gesteckt hat. Zudem sollte es den Internetkonzern nachdenklich stimmen, wenn sich große Medienkonzerne von Bertelsmann über Springer bis hin zu Burda und Holtzbrinck die Wunden lecken, nachdem ehrgeizige Neue-Medien-Projekte zu Investitionsruinen wurden. Mediengeschäftsmodelle fußen selbst in den traditionellen Printmedien zum kleineren Teil auf dem Verkauf von Inhalten. Den größeren Teil des Umsatzes macht die Werbung aus. Doch schwächelnde Werbeaufträge sind seit längerer Zeit die Achillesferse der Online-Medien. Selbst bei T-Online ist der Werbeumsatz - abgesehen von Großaufträgen der Konzernmutter Deutsche Telekom AG - ein eher bescheidenes Pflänzchen.

Dreh- und Angelpunkt auf dem Weg des Internet-Riesen in die Profitabilität bleibt daher das Brot-und-Butter-Geschäft mit dem Zugang zum Internet. Nach Abzug der Werbeaufträge der Telekom macht dieses noch immer über 90 % des Umsatzes aus. Im Geschäft mit dem Zugang liegen traditionell die Stärken des bisherigen Technologie-Konzerns. Gelingt es nicht, mit zehn Millionen Kunden in diesem Kernbereich befriedigende Margen zu erwirtschaften, bleibt hinter dem Geschäftsmodell von T-Online ein großes Fragezeichen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%