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T-Online will sich im Ausland nicht übernehmen

Der größte europäische Internetzugangsanbieter T-Online will bei weiteren Zukäufen im Ausland künftig sehr bedacht vorgehen. "Wir werden erst dann wieder Unternehmen im Ausland zukaufen, wenn es dort tragfähige Geschäftsmodelle gibt", sagte T-Online-Chef Thomas Holtrop der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) (Montagausgabe).

Reuters FRANKFURT. Voraussetzung dafür sei, unter die drei größten Unternehmen eines jeden Landes zu kommen. Als Alternative zu Zukäufen sieht Holtrop dem Zeitungsbericht zufolge den Aufbau einer Landesgesellschaft aus eigenen Mitteln. In diesem Sinne sei auch Osteuropa für T-Online interessant. "In andere westeuropäische Märkte können wir aber nur mit Übernahmen eintreten", sagte Holtrop weiter. Konkrete Pläne für solche Auslandsinvestitionen gebe es derzeit nicht.

"Am Anfang habe ich 90 % meiner Arbeitszeit auf den deutschen Markt verwendet. Jetzt steht dort die Strategie, und ich habe Zeit, mich stärker um die Auslandsgesellschaften zu kümmern", sagte Holtrop. Die beiden ausländischen Tochtergesellschaften - der französische Club Internet und die spanische Ya.com - tragen derzeit den Zeitungsangaben zufolge nur zehn Prozent zum Umsatz, aber drei viertel des Verlustes bei.

Mit Auslaufen des verlustbringenden Pauschaltarifs (Flatrate) für normale Modem- und ISDN-Verbindungen verknüpft Holtrop positive Erwartungen. "Ökonomisch gesehen hat uns die Schmalband-Flatrate zu Anfang des Jahres tief unter Wasser gezogen. Aber bis November, wenn der Tarif für alle Kunden ausgelaufen ist, werden diese Effekte verschwunden sein", sagte Holtrop. Bis Ende Juni hatte die Internettochter der Deutschen Telekom nach eigenen Angaben seine Kundenzahl für diesen speziellen Pauschaltarif bereits auf rund 290 000 von rund einer halben Million Ende des ersten Quartals reduziert.

Holtrop bekräftigte, im Jahr 2002 in Deutschland ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erzielen zu wollen. "Wir werden in Deutschland zum Jahresende 2002 ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erreichen", sagte der Firmenchef. Alle anderen Landesgesellschaften würden dieses Ziel im Jahr 2003 erreichen. Wann T-Online mit einem Nettogewinn rechne, wollte er den Zeitungsangaben zufolge nicht prognostizieren.

Die im Auswahlindex Nemax 50 des Neuen Marktes notierte T-Online-Aktie lag am Montagvormittag in einem festen Gesamtmarkt rund 1,6 % im Plus bei 7,52 Euro.

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