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T-Online wirbt wieder um Freeserve

Auf der Insel brodelt die Gerüchteküche. So soll T-Online weiterhin am britischen Internet-Dienst Freeserve interessiert sein. Dem Kurs von Freeserve taten die Spekulationen gut.

fmd LONDON. Die britische Internet-Gesellschaft Freeserve Plc hat bestätigt, dass nach zunächst gescheiterten Verhandlungen nun wieder Gespräche mit T-Online geführt werden. Allerdings erwarte man hier keine kurzfristigen Ergebnisse, ergänzte eine Sprecherin des Mehrheitseigner, Dixons Plc. Es habe sich nichts Wesentliches geändert. Die britische Elektrohandelskette Dixons hält 80% der Anteile an Großbritanniens größtem Internet Service Provider. Auf Anfrage erklärte die Deutsche Telekom, dass man zu Spekulationen keine Stellung nehmen wolle. Der Markt bewertete die Gerüchte als vorteilhaft für Freeserve. Im Handelsverlauf schoss der Kurs um 11,75% auf 370,5 p empor. Es kursierte, dass T-Online auch an einer Minderheitsbeteiligung interessiert sein könnte. Der Freeserve-Pressesprecher verwies dagegen eher auf strategische Kooperationsmöglichkeiten mit T-Online. Im Juni soll eine Übernahme von Freeserve aufgrund eines zu hohen Preises gescheitert sein. Doch nicht nur unterschiedliche Preisvorstellungen stellten sich als Barriere heraus. Ein weiteres Problem war die Managementvergütung. Alle Freeserve-Mitarbeiter sind mit Aktienoptionen ausgestattet, die sich Anfang Juli auf einen Wert rund 45 Mill. Pfund beliefen. Im Gegensatz dazu sind die Vorstandsmitglieder von T-Online nicht mit Optionsrechten ausgestattet. Freeserve-Chef John Pluthero merke Anfang Juli an, dass der Verhandlungsrahmen zeitlich zu eng gesteckt gewesen sei. Gute Kooperationsmöglichkeiten mit T-Online sieht Pluthero in Großbritannien. So könnte Freeserve die Mobilfunktochter One2one, der viertgrößte Anbieter auf der Insel, mit Internetdienstleistungen versorgen. Nachdem die Gespräche Ende Juni zunächst gescheitert waren, fiel die Freeserve-Notierung drastisch. Aktuell liegt die Börsenkapitalisierung von Freeserve bei 3,7 Mrd. Pfund, was Beobachter als angemessen ansehen. Anfang Juni wartete das Unternehmen noch mit einem Marktwert von 5,3 Mrd. Pfund auf. Als weitere Interessenten für Freeserve gelten die britische Kabelgesellschaft NTL sowie die spanische Terra Networks. Gleichwohl scheiterte der Plan von Dixons, Freeserve über eine Auktion zu veräußern. An der Attraktivität von Freeserve gibt es keinen Zweifel. Im vergangenen Jahr rüttelte das Unternehmen die Konkurrenten auf, als es einen kostenlosen Internetzugang offerierte. Das Unternehmen ist neuerdings bemüht, verstärkt Umsätze im elektronischen Handel und in der Werbung zu erzielen.

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