Tabakgericht brachte Klage vor das Bundesgericht
BAT steigerte Halbjahresgewinn stärker als erwartet

Der Konzern ist zuversichtlich, dass das Schadensersatz-Urteil eines Geschworenengerichts in Miami, das BAT mit 17,6 Mrd. $ betrifft, aufgehoben wird.

Reuters LONDON. Die British American Tobacco Plc (BAT) hat im ersten Halbjahr 2000 den Gewinn vor Steuern um sechs Prozent und damit stärker als von Analysten erwartet gesteigert. Der zweitgrößte Tabakkonzern der Welt teilte am Dienstag in London mit, er habe in den sechs Monaten zum 30. Juni 2000 vor Steuern einen Gewinn von 698 (Vorjahr 659) Mill. Pfund erzielt. Analysten hatten den Gewinn vor Steuern zwischen 620 und 670 Mill. Pfund erwartet. Der Gewinn vor Steuern schließt das Ergebnis der 1999 übernommenen Rothmans ein. Die Halbjahres- Dividende sei um acht Prozent auf neun (8,30) Pence je Aktie erhöht worden.

Der Hersteller der Zigarettenmarken "Lucky Strike" und "State Express 555" gab weiter bekannt, dass der von außerordentlichen Posten bereinigte operative Gewinn im Halbjahr um 55 % auf 1,175 (Vorjahr 757) Mrd. Pfund gestiegen sei. Der Umsatz habe sich auf 11,80 Mrd. Pfund (36,70 Mrd. DM) erhöht.

BAT ist nach eigenen Angaben zuversichtlich, dass das Schadenersatzurteil eines Geschworenengerichts in Miami, das BAT mit 17,6 Mrd. $ betrifft, auf einer höheren Instanz aufgehoben wird. Ein BAT-Sprecher sagte: "Wir sind absolut zuversichtlich, dass das Urteil (des Gerichts in Miami) nicht bestehen bleibt". Mitte Juni hatte ein Geschworenengericht in Miami die führenden US-Tabakkonzerne zu einem Schadenersatz von insgesamt 145 Mrd. $ (rund 300 Mrd. DM) verurteilt. Das Gericht hatte die Tabakkonzerne nach einer Sammelklage von Rauchern für schuldig befunden, die Gefahren des Rauchens vertuscht zu haben.

Der Tabakindustrie gelang es allerdings, den Fall vor ein Bundesgericht zu bringen. Bundesrichter Ungaro-Beneges wird nach Einschätzung aus Justizkreisen in den nächsten zwei Monaten entscheiden, ob er den Fall übernimmt oder dem Gericht in Miami zurückgibt. "Wenn der Fall beim Bundesgericht bleibt, wird dies in der Tabakindustrie als positiv angesehen, weil in der Vergangenheit die meisten ähnlichen Anklagen vom Bundesgericht zurückgewiesen worden waren", sagte ein BAT-Sprecher.

Der Kurs der BAT-Aktie lag am Dienstagnachmittag um 0,81 % tiefer auf 397 Pence.

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