Tabaksteuer und Gemüsepreise treiben Inflationsrate im Januar auf 2,7 % – Abschwächung im Februar erwartet
Euro-Bargeld erhöht Preise in der Euro-Zone kaum

Die Einführung des Euro-Bargeldes in den zwölf Mitgliedsländern hat die Verbraucherpreise nur marginal erhöht. Der darauf zurückzuführende Teuerungseffekt von Dezember auf Januar liegt nach Beobachtungen der Statistikbehörde Eurostat in einer Bandbreite von 0,0 bis 0,16 %. Anzutreffen war er vor allem bei Dienstleistungen: Die Preise stiegen in Hotels und Restaurants stiegen beispielsweise um 1,2 %.

ari DÜSSELDORF. Bedeutsamer waren Steuererhöhungen vor allem für Tabak und die vorübergehende Preisexplosion bei Gemüse in Folge des Wintereinbruchs in Südeuropa. Diese Sondereffekte machten 0,34 Prozentpunkte aus. Eine Rolle spielten dabei auch höhere Versicherungsbeiträge - in Deutschland stieg auch die Steuer für Sachversicherungen - oder höhere Verkehrstarife. Solche Erhöhungen werden meistens zu Jahresbeginn vorgenommen.

Insgesamt stiegen die Verbraucherpreise in der Euro-Zone von Dezember auf Januar um 0,5 %. In den Niederlanden und Deutschland fiel der Monatsanstieg doppelt so hoch aus. Die Inflationsrate kletterte von (revidiert) 2,0 % im Dezember auf 2,7 % im Januar und war damit 0,2 Prozentpunkte höher als von Eurostat vorausgeschätzt.

Für Februar erwartet das Statistikamt eine Beruhigung der Teuerungsrate auf 2,5 %. In diese am Donnerstag veröffentlichte Vorausschätzung sind erste Daten aus Italien und Deutschland eingeflossen. Während sich der Preisanstieg in zwölf italienischen Städten im Februar gegenüber Januar beschleunigt hat, schwächte sich der Monatsanstieg in Deutschland deutlich ab. Die harmonisierte Teuerungsrate ist nach vorläufigen Zahlen aus sechs Bundesländern von 2,3 auf 1,9 % gesunken.

Die höchste Inflationsrate in der Euro-Zone wies im Januar Irland mit 5,2 % aus - die Zahl ist in der Eurostat- Rechnung aber noch nicht berücksichtigt. Die Niederlande, zwölf Monate auf Platz eins, folgen mit 4,9 %, vor Griechenland, dessen Inflation im Januar von 3,5 auf 4,8 % nach oben schnellte. In der gesamten EU beschleunigte sich der Preisanstieg von 1,9 auf 2,5 %.

Für den geringen Euro-Effekt spricht, dass sich die Kernrate der Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel im Januar nur um einen Zehntel Prozentpunkt auf 2,4 % erhöht hat, zum Vormonat sank dieser Index sogar um 0,1 %. Nahrungsmittel und Tabak wurden auf Monatssicht um 1,8 %, Energie um 1,2 % teurer.

Die Steuererhöhungen haben sich auch bei den deutschen Erzeugerpreisen belastend ausgewirkt. Sie erhöhten sich von Dezember auf Januar um 0,6 %, zuvor waren sie drei Monate hintereinander gesunken. Die Rate zum Vorjahresmonat sank wegen eines statistischen Basiseffektes aber von +0,1 % auf-0,1 %. Die italienischen Erzeugerpreise sind im Januar zum Vormonat dagegen nur um 0,1 % gestiegen, sie waren damit 1,2 % niedriger als ein Jahr zuvor.

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