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Tacos go East

Zu China fallen mexikanischen Exporteuren und Wirtschaftsvertretern in der Regel nur die Worte Arbeitsplatzverlust und Verlust von Exportquoten in die USA ein.

Zu China fallen mexikanischen Exporteuren und Wirtschaftsvertretern in der
Regel nur die Worte Arbeitsplatzverlust und Verlust von Exportquoten in die USA
ein. In den vergangenen Jahren wanderten Tausende Billigjobs aus der
Lohnveredelungsindustrie in das asiatische Land ab, wo das Lohnniveau deutlich geringer
ist als in Mexiko. Und im vergangenen Jahr büßte Mexiko auf seinem mit
Abstand wichtigsten Exportmarkt trotz des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens
NAFTA mehr und mehr Marktanteile an China ein. Längst liefert das ferne
asiatische Land mehr Waren in die Vereinigten Staaten als der Nachbar Mexiko.

Dass aber China nicht nur Bedrohung sein muss, sondern auch Chancen bietet,
zeigen drei mexikanische Unternehmensberater, die vor rund neun Monaten eine
Consulting-Firma mit Namen "Latin Asia" gründeten. Das Unternehmen will
potenziellen mexikanischen Investoren die Angst vor China nehmen und sie bei einem
Engagement im Osten unterstützen. Mit Erfolg. Im November eröffnet in Peking die
erste mexikanische Tortillería ihre Türen, die künftig die chinesische
Hauptstadt und ihr Umland mit der mexikanischen Maisflade versorgen will. Die
Gesamtinvestition beläuft sich auf fünf Millionen Dollar, und die Tortilla-Bäckerei
bietet 80 Menschen Arbeit, jeder vierte wird Mexikaner sein. Fünf weitere
Projekte habe "Latin Asia" in der Pipeline, sagt Simón Levy-Dabbah, einer der
Gründer des Beratungsunternehmens. "Wir wollen die mexikanische Perspektive auf
China ändern", betont Levy-Dabbah.

So bietet sein Unternehmen Marktanalysen, Erläuterungen zu den
Investitionsbedingungen, Antworten auf Fragen zum Arbeits- und Handelsrecht und sogar
Sprachkurse an. "Um in China erfolgreich zu sein, müssen wir die Bedeutung der
Freundschaft, des Vertrauens und der Zuverlässigkeit dort verstehen", ergänzt Ary
Kahan, Mitgründer von "Latin Asia".

Doch das Unternehmen beschränkt sich nicht nur auf China. Außer einem Büro in
Peking, sind auch Vertretungen in Indien und in Israel im Aufbau. Und
perspektivisch sollen auch andere Staaten Lateinamerikas auf eine Investition in
Asien vorbereitet werden.

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