Tägliche Guthaben werden erhöht
Bank of Japan kämpft gegen Deflation

Die japanische Notenbank (BoJ) will im Zuge einer deutlichen Abkehr ihrer bisherigen Geldpolitik den Geschäftsbanken mehr Liquidität bereitstellen, um der schwachen Konjunktur und den sinkenden Verbraucherpreisen entgegen zu wirken.

Reuters TOKIO. Die Notenbank werde die bei ihr gehaltenen täglichen Guthaben der Geschäftsbanken auf 5 Bill. von bisher 4 Bill. Yen erhöhen, teilte die Notenbank am Montag im Anschluss an ihre Sitzung in Tokio mit. Dadurch werde der Satz für Tagesgeld praktisch gegen 0 % sinken von bislang 0,15 %. Je höher die Guthaben bei der Zentralbank sind, desto größer ist das mögliche Kreditvergabevolumen der Geschäftsbanken. Diese neue geldpolitische Haltung will die BoJ den Angaben zufolge so lange beibehalten, bis sich der Verbraucherpreisindex, der in den vergangenen zwei Jahren gesunken war, wieder über Null stabilisiert.

Bislang hatte die BoJ nicht das Volumen des Tagesgeldes, sondern seinen Preis gesteuert. BoJ-Chef Masaru Hayami wird die Beschlüsse um 11.00 Uhr MEZ vor der Presse in Tokio erläutern.

Vor der Bekanntgabe des Zinsentscheids hatte der 225 Werte umfassende Nikkei Index den Handel mit 0,34 % im Minus bei 12 191 Punkten beendet. Noch am Montag hatten Regierungsvertreter eine deutliche geldpolitische Lockerung angemahnt. Der zehnjährigerichtungweisende Bond kletterte nach der Ankündigung auf ein Rekordhoch von 140,25 %.

Die japanische Notenbank hatte erst Ende Februar den Zielsatz für Tagesgeld von 0,25 auf 0,15 % gesenkt. Im August vergangenen Jahres hatte die BoJ ihre 18 Monate dauernde Nullzinspolitik gegen den Willen der Regierung beendet, da sich die japanische Wirtschaft erstmals seit Jahren von ihrer Rezession deutlich erholt hatte.

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