Täter angeblich Geistesgestört
Amokläufer tötet auf Sizilien fünf Menschen

Ein Amokläufer auf Sizilien hat am Freitag fünf Menschen getötet, eine Geisel genommen und anschließend in einer Kirche Selbstmord verübt.

HB/dpa CATANIA. Der 32-Jährige erschoss nach Angaben der Polizei in einem Rathaus bei Catania den Bürgermeister und vier weitere Menschen. Danach zwang er einen Autofahrer zu einer fast 100 Kilometer langen Irrfahrt. In der Nähe von Ragusa betrat er eine Kirche, setzte sich auf eine Bank und tötete sich vor den Augen seiner Geisel und eines Pfarrers durch einen Schuss in die Schläfe. Die italienischen Behörden sprachen von der Tat eines Geistesgestörten.

Der Hilfsarbeiter der kleinen Gemeinde Aci Castello verlangte am Morgen den Angaben zufolge aus unbekannten Gründen, den Bürgermeister zu sprechen. Als dieser keine Zeit hatte, verließ er erregt das Rathaus und kehrte kurz darauf mit einer Pistole zurück. Zunächst tötete der Amokläufer den Bürgermeister, der hauptberuflich als Frauenarzt arbeitet. Die nächsten Opfer waren ein Gemeindeangestellter sowie zwei Frauen in einem Nebengebäude. Das fünfte Opfer des Amokläufers war ein Rentner, der sich vor dem Rathaus auf einer Bank sonnte.

Dann flüchtete der Täter zunächst zu Fuß. "Ich war in einem Nebenzimmer im Rathaus, plötzlich hörte ich Schüsse. Dann sah ich die Leiche des Bürgermeisters", sagte ein junger Mann. In dem kleinen Ort herrschte zeitweise Panik. "Die Menschen verbarrikadieren sich aus Angst vor dem Mörder in ihren Häusern", berichtete ein Dorfbewohner. Ein Dorfpfarrer versuchte, den Amokläufer zur Besinnung zu bringen. "Giuseppe, Gib bitte auf!", rief er den Täter über Radio auf. "Schieß nicht mehr! Auch nicht auf Dich selbst!"

Später brachte der Gewalttäter einen Autofahrer in seine Gewalt. "Wir machen jetzt eine kleine Fahrt durch Sizilien", habe der Amokläufer ihn bedroht, sagte die Geisel. "Es handelte sich bei dem Täter sicherlich um einen psychisch Gestörten", meinte ein Polizeibeamter. Man habe in seiner Wohnung ein kleineres Waffenarsenal gefunden. Außerdem hieß es, der Täter habe in der Vergangenheit bereits seinen Bruder mit einer Axt attackiert.

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