Täter angeschossen
Geiselnahme in Wiesbaden beendet

Die Geiselnahme in einer Wiesbadener Arztpraxis ist von der Polizei mit einem Schuss auf den bewaffneten Täter beendet worden.

WiWo/ap WIESBADEN. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei hat am Dienstag eine rund vier Stunden dauernde Geiselnahme in einer Wiesbadener Augenarztpraxis beendet. Ein 22-jähriger Mann aus dem Raum Koblenz hatte seine 18-jährige Exfreundin, die dort als Arzthelferin arbeitete, mit einer Pistole bedroht. Die Spezialkräfte setzten ihn kurz nach 15.00 Uhr mit einem gezielten Schuss in den Oberkörper außer Gefecht, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Er wurde lebensgefährlich verletzt. Die junge Frau blieb unverletzt.

Der Täter hatte gegen 12.00 Uhr in der Arztpraxis Schüsse abgegeben. Mehrere Ohrenzeugen riefen per Notruf die Polizei um Hilfe. Drei Patienten und der Arzt der Augenarztpraxis konnten sich vom Geiselnehmer unbemerkt außer Gefahr bringen, aber in den Praxisräumen hielten sich weitere Angestellte und Patienten auf. Der 22-Jährige befand sich mit der Geisel allein in einem Raum. Zu dem möglichen Motiv des Täters teilte die Polizei mit, die 18-Jährige hatte sich vor einem Monat von ihm getrennt, und am Dienstag hatten ihn seine Eltern aufgefordert, bis zum 1. Juli bei ihnen auszuziehen. Die Polizei riegelte das Innenstadtviertel weiträumig ab und räumten das nahe gelegene Kaufhaus Karstadt. Eine Verhandlungsgruppe vor Ort nahm Kontakt zum Geiselnehmer auf. Gegen 15.00 Uhr fuhren Krankenwagen vor. Kurz danach stürmte das Sondereinsatzkommando das Gebäude in einer Innenstadt-Passage und schoss auf den bewaffneten Geiselnehmer. Polizeipsychologe Klaus Thiessen sagte, der Täter habe ein großes Agressionspotenzial gehabt. Deshalb habe sich die Polizei entschlossen, zuzugreifen.

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