Täter passte nicht ins Bild von Kidnappern
Psychologen rätseln über Motive des Entführers

Der mutmaßliche Entführer und Mörder des Frankfurter Bankierssohns Jakob von Metzler passt aus Sicht des Psychologen Rudolf Egg nicht ins bekannte Muster solcher Verbrecher.

HB/dpa WIESBADEN. "Der mutmaßliche Täter war weder in großer Geldnot noch war er durch große Brutalität aufgefallen", sagte der Leiter der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden. "So einer, der passt nicht ins Bild von Kidnappern rein." Vielleicht habe der Verdächtige - ein 27 Jahre alter Jura-Student - den Jungen ermordet, um eine andere Straftat zu verdecken, vermutete Egg.

Für ein Motiv könnte vielleicht Hass auf die Familie oder etwa ein versuchter sexueller Kontakt mit dem Jungen eine Rolle spielen. Aus Panik, eine vorherige Straftat könne entdeckt werden, könnte der Täter den Jungen ermordet und die Entführung nur "vorgeschoben" haben. "Da sind noch viele offene Fragen", sagte der Professor und Diplom-Psychologe Egg. Dem Studenten, der inzwischen in Haft sitzt, traue man so ein Verbrechen nicht zu. Entführung und Mord - "das ist doch nichts für Ersttäter".

Nach dem herkömmlichen Täterprofil seien Kidnapper und Gewaltverbrecher schon lange vorbelastet und hielten sich im kriminellen Milieu auf. Sie hätten andere Straftaten wie Einbrüche und Banküberfälle begangen. "Um sich ein vergnügliches Leben gönnen zu können", planten sie dann als großen Coup eine Entführung mit einer Lösegeld-Erpressung, sagte Egg.

Zudem seien es eher mehrere Täter, die gemeinsam ein solches Verbrechen begingen. Diese Menschen hätten auch oft einen sozialen Abstieg erfahren. Dass ein Kindsmörder sein Opfer kennt und aus dem sozialen Umfeld kommt, ist nach Darstellung Eggs dagegen nicht ungewöhnlich.

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