Tagebuch der Handelsblatt-Reporter
Möllis letzte Mutprobe

Was haben wir ihn schon bewundert in all? den Wahlkämpfen, wie oft von Mut und Kühnheit dieses selbstlosen Helden berichten dürfen! Jürgen W. Möllemann kennt wirklich keine Angst: Ob 18 Pils im Münsteraner Schützenverein, ob 18 Prozent bei der Bundestagswahl oder 18 Sangria mit Ballermännern auf Mallorca - kein Einsatz ist zu hart, kein Weg zu weit: Mölli schreckt vor nichts zurück!

Selbst einer Meute von 18 Pittbulls oder 18 Rottweilern würde der schnauzbärtige Tausendsassa wohl furchtlos ins Auge blicken. Unerschrocken nämlich steht Möllemann zu der genialen Idee seiner Parteifreunde, traditionelle Werte wie bürgerliche Freiheit und deutsche Tierliebe in einer neuen, urliberalen Forderung zu bündeln: Weg mit dem Maulkorb, mehr Eigenverantwortung für Kampfhundbesitzer!

Und da wir gerade beim Thema sind: War es nicht mehr als kühn von Mölli, dieser bissigen TV-Diva Michel Friedman statt flacher Worthülsen einmal eine richtig dicke Erbse unter das Kissen seines Talkshow-Sofas zu schieben? Obwohl der freche Frevler doch wusste, dass nicht nur der schöne Moderator, sondern das ganze Land über die vielen blauen Flecken klagen würde, die auf der dünnen Haut entstanden sind!

Schließlich: Welcher andere deutsche Politiker würde es wagen, in 3 000 Meter Höhe aus einem Flugzeug zu springen, um mit gelb-blauem FDP-Fallschirm "auf Schalke" zu landen?

Doch dem Mut folgt Leichtsinn, ja Übermut: Möllemann, melden die Agenturen, will nach der Wahl Bundesgesundheitsminister werden! Oh? weh, sie werden ihn schnell zerfleischen, die Kranken und ihre Ärzte, die Kassen und die Pillendreher. Und dann - Politik ganz ohne Mölli? Adieu, Du teurer Freund, so zieh? denn hin, wir werden Dich vermissen!

Daniel Goffart
Daniel Goffart
Handelsblatt / Ressortleiter
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