Tagesgeldkonten haben attraktivere Konditionen als Festgeld oder Geldmarktfonds
Auf der Suche nach dem besten Parkplatz

In turbulenten Börsenzeiten suchen Anleger nach Parkmöglichkeiten für ihr Geld. Banken bieten bei Tages- und Festgeldkonten interessante Konditionen. Aber einige Angebote haben ihre Tücken.

FRANKFURT/M. Kriegsängste, Terrorangst, schlechte Konjunktur- und Unternehmensdaten - die schwierigen Zeiten an der Börse halten an. Viele Anleger bleiben vorsichtig und warten, bevor sie ihr Geld wieder investieren. Es jedoch auf dem Girokonto versauern zu lassen, ist die falsche Alternative: Die Inflation macht die geringe Rendite zunichte. Sicher und gut verzinst parken lässt sich das Geld auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten. Auch Geldmarktfonds kommen in Frage.

"Tagesgeldkonten sind ideal für Anleger, die ihr Geld zwischenparken wollen", sagt Thomas Bieler, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Kunden können hier täglich über ihr Geld verfügen - die Bank kann aber jederzeit den Zins ändern. Viele Banken bieten Zinsen ab dem ersten Euro bei freier Kontoführung (siehe Tabelle). Banken auf der Jagd nach Neukunden machen oft attraktive Angebote: Momentan führt das Itzehoer Wertpapierhandelshaus Driver die "Tagesgeld-Charts" an. Es bietet seit dem 1. Juni dieses Jahres 4,5 % Zinsen - allerdings nur bis zu einer Einlage von 25 000 Euro pro Person. Die Konten führt das Wertpapierhandelshaus dabei bei dem Münchener Discount-Broker DAB Bank, dadurch fallen die Gelder unter die Einlagensicherung des Bundesverbands deutscher Banken. "Wir haben nicht vor, den Zinssatz in den kommenden Monaten zu senken", sagt Thorsten Peters von WPH Driver

>>Tabelle

Eines der Spitzenangebote hat auch die Advance Bank mit 4 % ab dem ersten Euro und einer maximalen Einlage von 100 000 Euro. Unbegrenzte Summen anlegen können die Kunden auf dem Extra-Konto der type="unknownISIN" value="Diba">Diba. Die Direktbank senkt allerdings zum 15. September aufgrund der niedrigen Geld- und Kapitalmarktzinsen ihre Konditionen auf 3,5 % - nachdem diese zuvor über ein Jahr lang bei 4 bzw. 4,5 % gestanden hatten. So hat die Diba laut Pressesprecher Ulrich Ott rund 1 Mill. neue Kunden gewonnen. "Dieses Kapital ist auch unsere Geschäftsbasis. Deshalb gehe ich nicht davon aus, dass wir in diesem Jahr die Zinsen nochmals senken", sagt Ott.

Viele Tagesgeld-Angebote sehen auf den ersten Blick attraktiv aus, haben aber ihre Tücken. Einlagen bei deutschen Banken fallen unter die Sicherungseinrichtungen ihrer jeweiligen Verbände und sind bei der Insolvenz eines Bankhauses praktisch vollständig gesichert. Für die Anbieter Finansbank, GarantiBank und Demir Bank-Halk trifft dies nicht zu. Diese Kreditinstitute sind Tochtergesellschaften türkischer Banken und haben ihren Sitz in den Niederlanden. Damit gehören sie dem holländischen Einlagensicherungssystem an, in dem nur 20 000 Euro pro Anleger für den Fall einer Insolvenz gesichert sind.

Außerdem sollten Anleger vor der Entscheidung für ein Konto auf Mindestanlagesummen achten: So muss der Kunde bei der Finansbank oder der AKB Bank 5 000 Euro zur Eröffnung des Kontos mitbringen. Außerdem empfiehlt es sich, die Konditionen der Tagesgeldkonten im Auge zu behalten. "Bei vielen Anbietern ändert sich die Verzinsung recht häufig", sagt Bieler. Senkt also ein Kreditinstitut die Zinsen, empfiehlt es sich, nach besseren Angeboten Ausschau zu halten. Verbraucherexperte Bieler warnt vor Angeboten, die die Zinsen nur auf wenige Monate befristen: "Es ist absehbar, dass der Anbieter nach Ablauf der Frist die Zinsen senkt", sagt er. Ein gutes Beispiel hierfür ist das legendäre 6 %-Tagesgeldangebot der Internetbank First-E, das im Fernsehen mit prallen Blusen beworben wurde. Nach Ablauf weniger Monate sanken die Zinsen, mittlerweile gibt es die Bank nicht mehr. Bei der deutsche Bank-Tochter Moneyshelf war es ähnlich.

Wer für eine bestimmte Zeit sichere Zinsen will, legt sich ein Festgeldkonto zu. Allerdings bringen die meisten davon niedrigere Renditen als Tagesgeld. "Außerdem sollten Kunden aufpassen, wenn die Anlagefrist ausläuft", sagt Bieler. Denn wer der Bank nach Ablauf das Geld weiter überlässt, erhält meist erheblich schlechtere Konditionen. Sehr populär sind bei den Anlegern sind auch Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktpapiere, Bankeinlagen und festverzinsliche Wertpapiere mit kurzen Restlaufzeiten. Dadurch sind die Kursschwankungen der Fonds meist sehr gering. In den vergangenen zwölf Monaten kam jedoch keiner der Fonds an die Renditen der besten Tagesgeldkonten heran. Bester seiner Kategorie war in den vergangenen zwölf Monaten per Ende August der Geldmarktfonds Euro-Geldmarkt Plus der Hypo-Vereinsbank-Tochter Activest mit einem Wertzuwachs von 3,55 %.

Experten raten, bei Geldmarktfonds auf die Gebühren zu achten: Denn sie fressen die Zinsen schnell auf. Von Angeboten mit Ausgabeaufschlag oder hoher Managementgebühr sollten Anleger also die Finger lassen, wenn sie ihr Geld kurzzeitig anlegen.

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