Tagesgewinner war die Deutsche Telekom
Dax schließt kaum verändert

Eine äußert schwache US-Technologiebörse Nasdaq hat am Freitag Händlern zufolge den deutschen Aktienmarkt belastet.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax), der sich im Tagesverlauf dank einer starken Telekom deutlich fester präsentiert hatte und in der Spitze auf 6485 Zähler gestiegen war, fiel gegen Sitzungsende auf 6382,31 Zähler und notierte damit lediglich 0,09 % über dem Vortagesschluss.Wesentlich empfindlicher reagierte der Neue Markt auf die US-Vorgaben. Der Blue-Chip-Index Nemax 50 schloss die Sitzung 6,68 % im Minus bei 2332,31 Zählern und der alle Werte des Wachstumssegments umfassende Nemax All Share ging 4,55 % tiefer bei 2370,65 Zählern aus dem Handel.

An den US-Börsen hatte die Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten, die positiver als erwartet ausgefallen waren, nach Angaben von Händlern die Furcht vor einer Abschwächung der US-Konjunktur nicht verringern können. Obwohl sich eine Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums offensichtlich noch nicht in den Arbeitsmarktdaten niederschlage, müsse man angesichts des drastischen Zinsschrittes der US-Notenbank vom Mittwoch von negativen Konjunkturmeldungen ausgehen, sagten Händler. Der US-Technologieindex Nasdaq Composite fiel bis zum Börsenschluss in Frankfurt um 5,27 % auf 2432,18 Zähler, während der US-Standardwerteindex Dow Jones um 2,14 % auf 10 681 Zähler nachgab.

Die Arbeitsmarktdaten hatten nach Angaben von Marktbeobachtern all jene Anleger enttäuscht, die sich von den Zahlen erneuten Druck auf die US-Notenbank versprochen hatten, die Zinsen ein weiteres Mal zu senken. Nach der Leitzinssenkung am Mittwoch hatte die US-Notenbank den eher symbolischen Diskontsatzes am Donnerstag ein zweites Mal gesenkt.

Unterstützung erfuhr der Dax von einem starken Zugewinn beim Index-Schwergewicht Deutsche Telekom, deren Aktie Händlern zufolge einen charttechnischen Widerstand bei 35 Euro durchbrach. Das Papier, das im Dax mit über elf Prozent gewichtet ist, ging 2,32 % höher bei 34,8 Euro aus dem Handel. BMW kletterten fast sieben Prozent auf 37,69 Euro, was Händlern weiterhin auf die guten US-Verkaufszahlen im Dezember zurückführten, die das Unternehmen bereits am Mittwoch ausgewiesen hatte. Commerzbank präsentierten sich nach neuen Spekulationen über eine Übernahme der viertgrößten deutschen Bank mit einem Plus von 2,91 % ebenfalls fest. Händler verwiesen auf einen Bericht des "Platow Briefs", wonach die Dresdner Bank einmal am 17prozentigen Anteil des Commerzbank-Aktionärs Cobra interessiert war. Das rücke die Übernahmegerüchte wieder in den Vordergrund, hieß es.

Gemäß dem schwachen Branchentrend in Europa verhielten sich die schwergewichtigen Aktien der Versicherer Allianz und Münchner Rück, die 2,84 % beziehungsweise 4,67 % abgaben. Händler sagten, zu viele Anleger hätten in den letzten Monaten ihr Geld bei den Versicherungsunternehmen "geparkt" und würden die Werte nun wieder verlassen. Leicht im Minus schlossen die Technologietitel SAP, Infineon und Epcos.

Unter den Einzelwerten am Neuen Markt zogen unter anderem EM.TV mit einem Minus von knapp elf Prozent Aufmerksamkeit auf sich. Das "Wall Street Journal Europe" hatte am Freitag berichtet, ein Streit zwischen Kirch-Geschäftsführer [KRCH.UL] Dieter Hahn und EM.TV-Aufsichtsratschef Nickolaus Becker könnte den geplanten Einstieg von Kirch bei dem krisengeschüttelten Unternehmen gefährden. Beide Firmen wiesen den Bericht zurück. Die Verhandlungen liefen normal, hieß es.

Ganz oben auf der Verliererliste standen die Aktien der media[netCom] AG mit einem Kurseinbruch von 30 %. Händler begründeten dies damit, das eine Lock-up-Period (Haltefrist) für die Aktien des Mediendienstleisters ausgelaufen sei.

Die MDax-Werte schlossen am Freitag um 0,06 % höher bei 4652,19 Zählern.



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