Tagesverlauf unsicher
Wall Street: Folgen des Rückschlags unklar

Die US-Märkte beginnen die Woche erwartungsgemäß im Minus. Der Dow Jones Index verliert in den ersten Minuten fast hundert Punkte, der technologie-orientierte Nasdaq Index gibt etwa dreißig Punkte ab.

wsc NEW YORK. Allerdings sind Analysten unsicher, wie sich der Handel im Tagesverlauf und in den nächsten Tagen entwickeln könnte. Am Wochenende hat die USA mit den Vergeltungsschlägen gegen die Taliban begonnen und strategische Zentren des Terrorismus in Afghanistan unter Beschuss genommen. So sehr die Kriegssituation zur Stunde auf die Märkte drückt, so bewusst ist den Händlern am Morgen, dass der Markt in den vergangenen vier Wochen schon erstaunlich viele schlechte Nachrichten verkraftet hat.

Von den Attacken des 11. September hatten sich Dow Jones und Nasdaq fast erholt. Immer wieder aufkommende Gerüchte über neue Angriffe hatten sich immer nur kurzfristig auf den Handel ausgewirkt. Auch Gewinnwarnungen und schlechte Arbeitsmarktdaten hatten die Börse in den vergangenen Wochen unter Druck gesetzt, konnten die gesamtheitliche Erholung aber nur verzögern. Dennoch könnte es sein, so Marktbeobachter am New Yorker Börsenparkett, dass der Handel in dieser Woche erneut die Tiefststände testet.

Im frühen Montagshandel gibt es nur wenige Gewinner. Dazu gehören zur Stunde die Anbieter von Sicherheitssystemen. Viisage Technology legt in den ersten Handelsminuten über 12 % zu. Das Unternehmen hat eine Gesichtserkennung entwickelt, das als Sicherheitssystem zum Beispiel an Flughäfen eingesetzt werden soll. Mittels Überwachungskameras und einer Personenerkennungssoftware sollen Verdächtige und Kriminelle aus schwer überschaubaren Menschenmassen gefiltert werden. Die Mitbewerber Visionics, Osi Systems , Magal und Invision legen am frühen Morgen jeweils zwischen 10 und 16 % zu.

Im grünen Bereich notieren zur Stunde auch die Rüstungskonzerne, die schon seit den Attacken satte Gewinne verbuchen konnten. Northrop Grumman hat seit dem 11. September 32 % an Wert zugelegt, die Papiere von Lockheed Martin und General Dynamics legten im gleichen Zeitraum etwa 25 %, Newport News Shipbuildung um 12 % zu. Alle Papiere notieren auch zum Wochenauftakt im grünen Terrain. Allein Boeing eröffnet die Handelswoche mit Verlusten. Etwa 0,7 % verliert das Papier des Konzerns, der mittelfristig unter der schwachen Nachfrage in der zivilen Luftfahrt leidet. Boeing-Chef Philip Condit selbst hatte am Wochenende einigen US-Airlines einen drohenden Bankrott prophezeit.

Auf der Verliererseite finden sich zunächst die Gewinner der vergangenen Woche. Die Big Caps notieren allesamt im Minus. Cisco, Intel, Dell und Sun Microsystems büßen am Morgen zwischen 2 und 4 % an Wert ein. Auch Microsoft notiert zur Stunde ein halbes Prozent im Minus. Die Analysten von Merrill Lynch haben sich mit der Aktie beschäftigt. Sie prophezeien dem Software-Riesen aus Seattle bei unsicheren Ergebnissen für 2001 und 2002 "langfristig wieder ein gesundes Wachstum", das aber nicht an das "Turbo-Wachstum" der Neunziger reichen werde.

Investoren werden im Montagshandel neben den Aktien der Sicherheits- und Rüstungsanbieter auch einige Biotechnologie-Papiere im Auge behalten. Celgene hat von der Gesundheitsbehörde FDA "Orphan" Status für das Krebs-Medikament Revimid erhalten. Damit sind dem Arzneimittel staatliche Förderung und siebenjähriger Patentschutz sicher, wenn es die Marktzulassung bekommt. Revimid ist eine Weiterentwicklung des bereits marktzugelassenen Mittels Thalomid. Es soll stärker und sicherer in der Anwendung sein und multiple Myeloma bekämpfen. Das Papier von Celgene legt im frühen handel um 3 % zu.

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