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Taifun zieht an Suzuka vorbei - Formel 1 erleichtert

Als der Taifun „Ma-on“ im japanischen Fernsehen auf allen Kanälen live wütete, drehte sich im Vergnügungspark von Suzuka nur das berühmte Riesenrad ein klein wenig schneller. Der schwerste Tropensturm seit zehn Jahren im Osten Japans verschonte die Formel 1.

dpa SUZUKA. Als der Taifun "Ma-on" im japanischen Fernsehen auf allen Kanälen live wütete, drehte sich im Vergnügungspark von Suzuka nur das berühmte Riesenrad ein klein wenig schneller. Der schwerste Tropensturm seit zehn Jahren im Osten Japans verschonte die Formel 1.

Große Erleichterung im Fahrerlager - Ma-on" hatte am Vormittag urplötzlich seine Richtung geändert und war deshalb entgegen allen Voraussagen an Suzuka vorbeigezogen. Während es anderswo auf der japanischen Hauptinsel Honshu zu Überschwemmungen, Verwüstungen und Evakuierungen kam, wagte sich über der Rennstrecke am Nachmittag schon wieder die Sonne hinter den Wolken hervor.

Nach der am Vortag auf Sonntag verschobenen Qualifikation für den Großen Preis von Japan vertrieben sich die Piloten während des großen Regens die Zeit im "Suzuka Circuit Hotel" unweit der Strecke. Ralf Schumacher trainierte seine Fitness auf dem Laufband im Studio. Rekordweltmeister Michael Schumacher spielte zuerst Bowling mit seinen Kollegen und dann Backgammon. Danach suchte der 35 Jahre alte Ferrari-Pilot einige Mitspieler für ein Fußball-Match mit seinem Ferrari-Team. "Das war eine andere Art der Vorbereitung, aber sicher nicht die schlechteste", sagte er.

In der Not war die sonst so egoistische Formel 1 ganz eng zusammengerückt. Über die erstmalige Absage einer Qualifikation für einen Großen Preis gab es im Fahrerlager keinerlei Diskussion. Der Kampf der 20 Piloten um die besten Startplätze stand erst unmittelbar vor dem Großen Preis von Japan an.

Als die Gefahr vorübergezogen war, kehrten die Teams ins Fahrerlager zurück. Garagentore wurden geöffnet, die Tribünen geputzt, Werbetafeln und Kameratürme aufgebaut. Die Grid-Girls übten mit fliegenden Röcken die traditionelle Flaggenparade, Mikrofone und Funkmasten wurden an- und aufgestellt. Das Riesenrad, der Mittelpunkt des zur Strecke gehörenden Freizeitparks, leuchtete wieder in der Nacht. Am Vortag sollte es wegen des nahenden Taifuns noch abgebaut werden.

In den großen japanischen Tageszeitungen wurde die Vertagung aus Sicherheitsgründen lediglich nachrichtlich behandelt. "Tokio Sports" hatte vor allem Mitleid mit den 150 000 Besuchern. "Für sie ist die Absage ein Schlag", schrieb das Blatt. Da die nahe der Strecke gelegenen Campingplätze überschwemmt wurden, übernachteten viele der japanischen Formel-1-Fans in ihren Autos.

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