Taiwanische Regierung weist Spekulationen zurück
Jumbo vor Absturz nicht von Rakete getroffen

Die taiwanische Regierung hat Spekulationen zurückgewiesen, wonach der vor der Küste Taiwans mit 225 Menschen abgestürzte Jumbo-Jet von einer chinesischen Rakete getroffen worden sein soll.

Reuters TAIPEH. Die Volksrepublik China habe dies verneint, teilte das taiwanische Verteidigungsministerium am Montag mit. Die chinesischen Angaben seien äußerst glaubwürdig. Auch Taiwan halte es für "absolut unmöglich", dass der Absturz der taiwanischen Maschine durch Raketenbeschuss ausgelöst worden sei. Zum Zeitpunkt des Unglücks sei keine Militärübung in der Region abgehalten worden. Auch Raketen seien nicht getestet worden.

Die Ermittlungsbehörden wollen am Montag versuchen, die beiden Flugschreiber des Jumbo-Jets zu bergen. Sie sollen Auskunft über die Absturzursache geben. Der Chef des Flugsicherheitsrates des Kabinetts, Kay Yong, hatte am Sonntag erklärt, die fast 23 Jahre alte Boeing 747-200 der China Airlines sei in der Luft in vier Teile zerbrochen. "Wir sind uns sehr sicher, dass die Maschine in einer Höhe von 9144 Metern zerbrach." Rettungskräfte gingen davon aus, dass kein Insasse den Absturz am Samstag überlebt hat.

Das Flugzeug war auf dem Weg von Taipeh nach Hongkong kurz nach dem Start von den Radarschirmen verschwunden und ins Meer gestürzt. Der Chef der Fluggesellschaft sagte, das Fehlen eines Notrufs weise darauf hin, dass technische Probleme unwahrscheinlich seien. Der Pilot hätte dann immer noch die Zeit gehabt, den Tower zu informieren. Dass er das nicht getan habe, lasse auf eine plötzliche Katastrophe schließen.

Nach Ansicht von Luftfahrtexperten kann es mehrere Ursachen für das Auseinanderbrechen der Maschine geben: eine Explosion, ein abrupter Druckabfall in der Kabine, eine Kollision in der Luft oder gar ein Militärunfall. Beweise für eine der Möglichkeiten gab es jedoch keine.

Angesichts des neulichen Unfalls bei China Airlines brach der Aktienkurs am Montag ein. An der Börse in Taipeh sank der Kurs um die maximal möglichen sieben Prozent auf noch 15,20 Taiwan-Dollar.

China Airlines hat bereits 1994, 1998 und 1999 Flugzeuge verloren. Bei den Unglücken starben 779 Menschen. Im Oktober 2000 verunglückte auf dem Flughafen Taipeh ein Flugzeug der Singapore Airlines. 83 der 179 Menschen an Bord starben.

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