Talfahrt der Mobilcom-Aktie findet ein Ende
Neuer Markt setzt zur Erholung an

Eigentlich hätte die Online-Partnervermittlung Matchnet bald ihr Debüt an der US-Börse Nasdaq geben sollen. Daraus werde vorerst jedoch nichts, weil über den eigenen Verkauf verhandelt werde, teilte die am Neuen Markt notierte Firma aus Großbritannien am Montag mit und brachte den Aktienkurs damit in Fahrt.

FRANKFURT/M. Noch ist die 1 000-Punkte-Marke nicht geknackt. Hält die am Montag eingesetzte Erholung am Neuen Markt noch ein wenig an, ist es aber nur eine Frage von Tagen. Nach dem gestrigen Plus von 2,9 Prozent fehlen dem Nemax noch knapp 12 Zähler bis zur technisch kaum relevanten, aber dafür psychologisch um so bedeutenderen Vierstelligkeit. Noch näher dran schob sich der Nemax 50, der unterstützt von einer freundlichen US-Technologiebörse Nasdaq, um 3,7 Prozent auf 999 Punkte stieg.

Rasante Kurssteigerungen gab es fast nur bei den Penny Stocks. Sehr gut für den Index war jedoch das Ende der Mobilcom -Talfahrt: In einer technischen Gegenreaktion zog das Papier der Büdelsdorfer Telefongesellschaft um satte 12 % auf 13,75 Euro an. Bevor der Streit mit der Großaktionärin France Télécom aufloderte, hatte der Titel noch jenseits der 25 Euro notiert. D.Logistics , aus der Vorwoche als zweiter großer Verlierer im Nemax 50 hervorgegangen, setzte seinen Kursrutsch hingegen fort. Die Papiere des in Liquiditätsnöte geratenen Logistikdienstleisters verbilligten sich allerdings nur noch geringfügig auf 1,92 Euro. Noch keine zwei Wochen ist es her, da hat der Titel zu mehr als 7 Euro den Besitzer gewechselt. Damals hatte das Unternehmen aber auch noch seinen großspurigen Chef an Bord. Und der Markt wusste noch nichts von der desaströse Entwicklung des Geschäftsjahres 2001.

In den Mittelpunkt spielte sich am Montag die britische Online-Partnervermittlung Matchnet . Das Unternehmen kündigte einen Partnerwechsel an und legte deshalb die Pläne für ein Zweitlisting in den USA zunächst auf Eis. Bis die mit mehreren Internetfirmen geführten Verhandlungen über den Verkauf zu einem Ergebnis gekommen sind, werde es keine weitere Börsennotierung geben. Nach Angaben eines Matchnet-Sprechers wird dies voraussichtlich 45 Tage dauern. Vielleicht bleibe der Titel im Anschluss gar nicht als eigenständiger Wert am Neuen Markt gelistet. Spätestens hier wurden die Spekulanten hellhörig und orderten die Matchnet-Aktie, wie die vergleichsweise hohen Stückzahlen und das Kursplus von 3 % auf 1,75 Euro belegen. Ob ihre Rechnung aufgeht und der neue Mehrheitsaktionär tatsächlich eine ordentliche Prämie auf den aktuellen Aktienpreis zahlt, ist allerdings noch nicht ausgemacht.

Den freien Aktionären der Wiesbadener Concept AG offeriert die neue Muttergesellschaft Ogilvy One 6,80 Euro je Anteil. Im Vergleich zum gegenwärtigen Aktienkurs, der sich seit der Bekanntgabe der Übernahmepläne Mitte Januar bei 6,73 Euro eingependelt hat, keine nennenswerte Prämie. Gemessen an dem gewichteten inländischen Durchschnittskurs drei Monate vor der Bekanntgabe ist das jedoch ein Aufschlag von mehr als 40 %.

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