Talfahrt fortgesetzt
Daimler-Chrysler-Aktien sinken auf Rekordtief

Die Aktie der Daimler-Chrysler AG hat am Montag ihre Talfahrt fortgesetzt. Zwischenzeitlich sackte sie auf das Rekordtief von 47,70 Euro ab.

dpa STUTTGART. Die Aktie der Daimler-Chrysler AG hat am Montag ihre Talfahrt fortgesetzt. Sie sackte in Frankfurt zwischenzeitlich auf das Rekordtief von 47,70 Euro (minus 4,6 %). Am frühen Nachmittag notierte das Papier bei 47,90 Euro, was einem Rückgang von 4,2 % entsprach. Am vergangenen Freitag war das Papier zeitweilig auf 48,85 Euro gefallen. Die höchste Notierung innerhalb der letzten zwölf Monate lag bei bei 79,90 Euro. Analyst Frank Biller von der Stuttgarter BW-Bank hält die Daimler-Chrysler-Aktie für unterbewertet: "Der Konzern besitzt Werte, die dieses Kursniveau nicht rechtfertigen", sagte er der dpa. Möglicherweise würde der Kurs jetzt noch eine Weile auf diesem Niveau "schlummern", sich dann wieder erholen. In Anspielung auf BMW's Rover-Debakel meinte Biller, Chrysler sei keine englischer Patient, der über Jahre hinweg Verluste erwirtschaftet hätte oder sie erwirtschaften würde.

Biller rechnet für das Jahr 2002 wider mit steigenden Erträgen bei Chrysler. Der neue Chef Dieter Zetsche habe seiner Ansicht nach eine gute Chance in Amerika. Er kenne die Mentalität der Leute und sei USA-erfahren. Vor allem könne er die Probleme bei Chrysler besser nach Europa kommunizieren. Außerdem werde Daimler-Chrysler langfristig auch am Wachstumsmarkt Asien teilhaben können, meinte der Autoanalyst. Der Chef des zu Daimler-Chrysler gehörenden amerikanischen LKW-Bauers Freightliner, Jim Hebe, sagte in einem Interview des "Handelsblatts" (Montagsausgabe), Zetsche sei in den USA keine UNbekannter und sein Ruf in der US-Autobranche sei wirklich gut. Zetsche hatte unter anderem in den 90er Jahren Freightliner in die Gewinnzone zurückgebracht. Der Amerikaner hebe erklärte, vor allem die deutschen hätten versucht, die Integration von Chrysler und Daimler voranzutreiben - "Chrysler in Auburn Hills war nicht so konsequent".

Zetsche soll vor allem Kosten senken

Zetsche und der ebenfalls aus Deutschland kommende neue Vizepräsident von Chrysler, Wolfgang Bernhard, sollten am Montag ihren neuen Job antreten. Am vergangenen Freitag hatte der Aufsichtsrat von Daimler-Chrysler die Ablösung des bisherigen Chrysler-Präsidenten James Holden beschlossen. Zetsche will für Chrysler ein Restrukturierungsprogramm erarbeiten, dass im ersten Quartal 2001 präsentiert werden soll. Der frühere Nutzfahrzeugchef von Daimler-Chrysler soll vor allem die Kosten senken, aber auch auf die Modellzyklen und die Modellpalette bei Chrysler einwirken. Am Montagnachmittag (Ortszeit) wollten sich Zetsche und Bernhard in Detroit vor einigen hundert Managern von Chrysler vorstellen und ihre ersten Vorstellungen darlegen.

Die Chrysler Group hatte im dritten Quartal 579 Mill. Euro (1,1 Mrd. DM) Verlust erwirtschaftet. Das vierte Quartal werde schlechter als ursprünglich prognostiziert ausfalle, was auch Einfluss auf den Ertrag des Konzerns haben werden, hatte es am Freitag geheißen.

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