Taliban: Bin Laden ist frei für Heiligen Krieg gegen die USA
El Kaida droht USA mit weiteren Flugzeug-Anschlägen

Die El-Kaida-Organisation des mutmaßlichen Top-Terroristen Osama bin Laden hat den USA mit neuen Terroranschlägen mit entführten Flugzeugen gedroht. Die Taliban hoben indes alle Beschränkungen für bin Laden auf. Er sei frei, den Heiligen Krieg gegen die USA zu führen.

afp/ap/rtr DOHA. "Der Sturm der Flugzeuge wird nicht aufhören, wenn Gott es so will, weil tausende junger Menschen unserer Nation genauso sterben wollen wie die Amerikaner leben möchten", sagte der El-Kaida-Sprecher Sulaiman Abu Ghaith in einer am späten Dienstagabend von dem katarischen Fernsehsender El Dschasirah ausgestrahlten Video-Ansprache.

Ghaith lobte zwar die Anschläge in den USA vom 11. September, wollte dafür im Namen seiner Organisation aber nicht die Verantwortung übernehmen. Die Attentäter hätten etwas Gutes getan und den Kampf ins Herz Amerikas getragen. Ghaith zitierte einen Vers aus dem Koran, der die gläubigen Moslems dazu auffordert, gegen jegliche Unterdrücker zu kämpfen.

Angriffe der USA ein Kreuzzug gegen die islamische Nation

"Der Krieg in den USA wird so lange dauern, bis Amerika nicht mehr die Juden unterstützt und das ungerechte Embargo gegen Irak beendet, das das Leben von mehr als einer Million Kinder gekostet hat", sagte Ghaith weiter in der im voraus aufgezeichneten Ansprache an einem nicht genannten Ort in Afghanistan. Die Angriffe der USA auf das zentralasiatische Land nannte Ghaith "einen Kreuzzug gegen die Moslems in Afghanistan und gegen die gesamte islamische Nation". Den Kampf der USA gegen den internationalen Terrorismus bezeichnete der El-Kaida-Sprecher als "Täuschung"; Washington warf er vor, sich im Nahen und Mittleren Osten "seit Jahren des wahren Terrorismus zu bedienen". Ghaith forderte alle Moslems weltweit zum Dschihad (Heiligen Krieg) gegen Interessen und Einrichtungen der USA auf. Jeder Moslem habe dafür seine Pflicht zu erfüllen.

Die Drohungen aus der El-Kaida-Erklärung im Wortlaut

Der Sender El Dschasirah berichtete nicht, wann das Videoband aufgenommen wurde. Ein Mitarbeiter des Senders sagte in Katar, der Sender habe es in seinem Büro in der afghanischen Hauptstadt Kabul in Empfang genommen.Die neuerliche Videobotschaft rechtfertige erneut den Kampf der USA gegen den internationalen Terrorimus, teilte das Weiße Haus als Reaktion auf die Ausstrahlung des Videos mit.

Taliban heben alle Beschränkungen gegen bin Laden auf

Nach den seit drei Nächten anhaltenen Luftangriffen der USA haben die radikal-islamische Taliban-Regierung derweil alle Beschränkungen gegen den moslemischen Extremisten Osama bin Laden aufgehoben. Bin Laden sei frei, einen Heiligen Krieg gegen die USA zu führen, sagte Taliban-Sprecher Abdul Hai Mutmaen der BBC am Mittwoch. "Mit dem Beginn der amerikanischen Angriffe sind die Beschränkungen (für Bin Laden) nicht länger in Kraft", sagte Mutmaen. Wie der arabische Fernsehsender Al-Dschasira unter Berufung auf ein Interview der BBC in einer der afghanischen Landessprachen berichtete, fügte Mutmain hinzu, "der Heilige Krieg ist jedem Moslem auf der Welt auferlegt, fürwahr, wir wollen dies, und bin Laden will dies, und Amerika wird den hasserfüllten Konsequenzen seiner Angriffe ins Gesicht blicken müssen".

Die Machthaber in Kabul hatten nach den Terroranschlägen in New York und Washington erklärt, Bin Laden könne nicht der Urheber sein, da seine Aktivitäten in Afghanistan von den Taliban streng kontrolliert würden.

USA kritisieren katarischen Fernsehsender El Dschasirah

Die Washingtoner Regierung hat sich eigenen Angaben zufolge inzwischen über "Hetzreden" gegen die USA in der Berichterstattung des katarischen Fernsehsenders El Dschasirah beschwert. Wie das Außenministerium in Washington am Dienstag (Ortszeit) bestätigte, sprach Ressortchef Colin Powell in der vergangenen Woche mit dem Emir von Katar, Hamad bin Chalifa el Thani, über angebliche verbale Entgleisungen des in Doha ansässigen Senders, der in er islamischen Welt als "arabische Variante des US-Nachrichtensenders CNN" gilt. Der Emir wurde gebeten, die TV-Station zu einer gemäßigteren Berichterstattung und weniger Feindseligkeit gegenüber den USA anzuhalten. Zugleich räumte Powell die Bedeutung des Senders ein, über den er sich bereits an ein großes arabisches Publikum wenden konnte. Auch US-Präsident George W. Bush signalisierte bereits Interesse an einem Interview mit El Dschasirah .

Bereits unmittelbar nach dem Beginn der Angriffe der USA auf Afghanistan am Sonntagabend sendete El Dschasirah eine Video-Ansprache Bin Ladens aus. Darin rief der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge in den USA vom 11. September zum Heiligen Krieg der Moslems auf.

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