Taliban: Mindestens 18 Tote bei Bombardierung von Kabul
US-Kampfflugzeuge greifen Taliban-Stellungen in Nordafghanistan an

Den zweiten Tag in Folge haben US-Kampfflugzeuge am Sonntagmorgen in der nordafghanischen Provinz Samangan Frontstellungen der Taliban bombardiert. Das Bombardement sei in der Region von Dara Suf, rund 80 Kilometer südlich der strategisch wichtigen Stadt Mazar-i-Sharif, besonders intensiv gewesen, meldete die den Taliban nahe stehende Nachrichtenagentur AIP.

afp KABUL/ISLAMABAD. Die Region gilt als strategisch wichtig. Sollte die oppositionelle Nordallianz die Region einnehmen, könnte sie Mazar-i-Sharif erobern. Die US-Regierung hatte die verstärkte Unterstützung der oppositionellen Nordallianz aus der Luft angekündigt. Die Taliban erklärten, sie hätten in der Nacht einen Einsatz von US-Spezialeinheiten in Kabul und in der Nähe der Taliban-Hochburg Kandahar verhindert.

Die US-Luftwaffe bombardierte auch wieder die Hauptstadt Kabul. Im Morgengrauen rasten zudem mehrere Kampfflugzeuge über die Stadt hinweg. Erstmals seien über der Hauptstadt auch Hubschrauber gesichtet worden, sagte der Informationsminister der radikalislamischen Taliban-Miliz, Kudratullah Dschamal. Nach Angaben von Einwohnern kreiste außerdem ein langsam fliegendes Flugzeug im Luftraum, möglicherweise eine Maschine vom Typ AC-130 mit großer Feuerkraft. Dabei war den Angaben zufolge kein Luftabwehrfeuer aus Taliban-Stellungen zu sehen. Stunden vor den morgendlichen Attacken hatte die Luftabwehr der Taliban noch auf mehrere niedrig fliegende Flugzeuge oder Hubschrauber gefeuert, die über Kabul kreisten. Auch Kandahar wurde wieder aus der Luft angegriffen.

Nach den Worten des Direktors der Taliban-Nachrichtenagentur Bachtar wurden bei den Angriffen auf Kabul in der Nacht und am Sonntagmorgen mindestens 18 Menschen getötet und 23 verletzt. 17 Häuser seien zerstört worden. Am stärksten betroffen war laut Abdul Hanasan Hemat ein Viertel im Norden der Stadt. In der größten westafghanischen Stadt Herat seien in den vergangenen Tagen zwischen 50 und 60 Zivilisten getötet und 150 verletzt worden. Bei einem Luftangriff auf das Dorf Eschak Salaiman unweit von Herat habe es acht Tote und bis zu 20 Verletzte gegeben.

Hemat sagte, in der Nacht zum Sonntag habe die US-Armee versucht, Soldaten aus Hubschraubern in Kabul und in der Nähe des Flughafens von Kandahar abzusetzen. Die Taliban-Miliz habe dies jedoch verhindert. In der Nacht zum Samstag waren US-Elitesoldaten in der Nähe des Flughafens von Kandahar erstmals mit Fallschirmen zu einem mehrstündigen Bodeneinsatz gelandet. Dabei griffen die mehr als hundert Soldaten nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums einen Luftstützpunkt und ein Kommandozentrum der Taliban an. Die US-Angriffe gegen Afghanistan hatten vor genau zwei Wochen, am 7. Oktober, begonnen.

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