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Taliban: Westen schleust als Journalisten getarnte Agenten ein

Das Taliban-Regime glaubt nicht, dass die vielen Journalisten, die sich vor allem im Norden von Afghanistan aufhalten, auch Journalisten sind. Sie glauben, es handele sich um westliche Agenten.

dpa ISLAMABAD. Die Taliban haben dem Westen vorgeworfen, als Journalisten getarnte Agenten nach Afghanistan einzuschleusen. In den von Taliban-Gegnern gehaltenen Gebieten im Norden des Landes und nahe der Hauptstadt Kabul hielten sich 300 Journalisten mit Kameras und Mobiltelefonen auf, sagte der Geheimdienstchef der Taliban, Kari Ahmedullah, am Freitag. "Es ist schwer zu glauben, dass sie alle Journalisten sind", sagte Ahmedullah. Das berichtete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP.

Vor einer Woche hatten die Taliban an der Grenze zu Pakistan die britische Journalistin Yvonne Ridley festgenommen, die angeblich ohne Papiere und als Afghanin verkleidet unterwegs war. Für ausländische Journalisten sind praktisch nur noch die von der Nordallianz kontrollierten Gebiete Afghanistans zugänglich, die etwa zehn Prozent des Landes ausmachen.

Dort halten sich zahlreiche ausländische Reporter-Teams auch deshalb auf, weil die Nordallianz als möglicher Partner bei einem Versuch gilt, die Taliban zu stürzen. Die Nordallianz besteht aus zum Teil fundamentalistischen Milizen, die in den 80er Jahren gegen die sowjetischen Besatzer gekämpft und später einen Bürgerkrieg um die Macht in Afghanistan geführt hatten.

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