Talsohle erreicht: Irak-Krieg soll Werbewirtschaft nicht belasten

Talsohle erreicht
Irak-Krieg soll Werbewirtschaft nicht belasten

Der Irak-Krieg hat voraussichtlich keine negativen Folgen für die deutsche Werbewirtschaft. "Wenn es bei einem kurzen Konflikt bleibt, werden die Unternehmen ihre Kampagnen lediglich ein wenig nach hinten verschieben", sagte der Präsident des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen (GWA), Holger Jung, am Montag in Frankfurt.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Die Werbeagenturen haben nach seiner Einschätzung die Talsohle erreicht. Derzeit gebe es Hinweise, dass die Unternehmen wieder mehr in Anzeigen und TV-Spots investieren wollten. Die Agenturen erwarten daher in diesem Jahr stabile Umsätze. 2002 hatten sie mit 12,5 Mrd. ? 1,8 % weniger erlöst.

"Unsere Kunden haben in ihren Werbeplanungen schon seit mehreren Monaten einen Krieg einkalkuliert", berichtete Jung. Statt der dunklen Wolken eines drohenden Krieges sei der tatsächliche Ausbruch jetzt sogar eine Art Sicherheit. "Die Terroranschläge vom 11. September 2001 waren für unsere Branche schlimmer, weil dies unsere Kunden völlig überrascht hat." Zwar seien die Kämpfe nicht die "beste Rahmenbedingung für lustvolle Werbung". Aber bald werde sich die Öffentlichkeit an den Krieg gewöhnen, und die Zeiten für Kampagnen würden wieder besser.

Derzeit mehren sich nach Meinung von Jung die Signale, dass die Unternehmen nach langer Zurückhaltung wieder mehr werben wollten. Vor allem die Bereiche Nahrungs- und Genussmittel, Chemie und Pharma sowie der Handel seien die Vorreiter. Sehr zurückhaltend seien dagegen die Telekom-Unternehmen, die Banken, die Finanzdienstleister und die Medien.

Die Beschäftigten der Werbewirtschaft können voraussichtlich aufatmen. Da kein weiterer Abwärtstrend mehr in Sicht ist, werde es auch keinen umfassenden Personalabbau mehr bei den Agenturen geben, prognostizierte Jung. 2002 ging die Zahl der Mitarbeiter um 1,3 % auf rund 16 700 zurück.

"Durch die Konsumflaute hat sich im vergangenen Jahr der Tonfall bei den Kampagnen der Unternehmen deutlich verschärft", berichtete Jung. Viel aggressiver als bislang würden Produkte mit direkten Kaufaufforderungen und über den Preis vermarktet. Vor allem im Handel sei dies zu beobachten.

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