Tandberg entwickelt neue optomagnetische Speichertechnik
Bandlaufwerke machen Festplatten Konkurrenz

Festplatten sind schnell - allerdings auch relativ teuer. Billigere Bandspeicher dagegen sind beim Auslesen der Daten langsam. Neue optomagnetische Bandspeicher von Tandberg sind billig und schnell.

MÜNCHEN. Unter dem Motto "Best of both worlds" hat der norwegische Bandspeicherspezialist Tandberg Data eine neue Speichertechnik entwickelt: Die so genannte O-Mass-Technologie verwendet ein Magnetband, das mit magnetischen Verfahren beschrieben, allerdings mit einem optischen System ausgelesen wird. Das neue Laufwerk kombiniert damit die Vorteile des billigeren Magnetbandes mit einer im Vergleich zu traditionellen Bandlaufwerken deutlich beschleunigten Zugriffszeit. Bisher lag diese - hauptsächlich bedingt durch langwieriges Vor- und Rückspulen der Bänder - zwischen 50 bis 90 Sekunden. Mit der neuen Technik dauert ein Datenzugriff gerade einmal 3 bis 4 Sekunden.

Erreicht wurde dieser Quantensprung bei der Zugriffszeit, durch eine neue Aufzeichnungstechnik. Während traditionelle Bandlaufwerke wie eine Videokassette aufgebaut sind, liegt bei der O-Mass-Technologie das Band um 90 Grad gedreht in der Bandkassette - vergleichbar einem Film in einer Kamera. Mit 4,5 Zoll ist das Band außerdem deutlich breiter als übliche Magnetbänder. Beschrieben wird es mit einem neuentwickelten linearen Mehrkanal-Kopfsystem, das 32 Schreibköpfe auf einem gerade einmal 8 mm2 großen Chip integriert.

Daten werden schnell ausgelesen

Mit diesem System werden die Daten in 32 nebeneinander liegenden Spuren gleichzeitig auf das Magnetband geschrieben. Ist das Bandende erreicht, wird der Schreibkopf um einige Millimeter weiterbewegt und weitere 32 Spuren werden parallel zu den ersten Spuren geschrieben. Einige Hundert Datenspuren können so parallel nebeneinander auf dem Band gespeichert werden. Das zeitaufwendige Spulen zum Auffinden bestimmter Daten wird damit deutlich reduziert.

Da das Lesen derartiger Spurdichten mit magnetischen Leseverfahren extrem aufwendig und teuer wäre, verwendet Tandberg ein optisches Lesesystem. Es nutzt magneto-optische Effekte, welche bei der Polarisation eines Laserstrahls entstehen, sobald dieser auf magnetische Materialien trifft. Eine fotoempfindliche Zelle bildet diese Informationen dann Stück für Stück ab, analysiert sie und rekonstruiert daraus die gespeicherten Daten.

Die ersten Speicher der neuen Generation werden nach Vorstellung der Tandberg-Entwickler in der zweiten Hälfte nächsten Jahres auf den Markt kommen. Die Laufwerke sollen über eine Speicherkapazität von 600 GByte und eine Datentransferrate von 64 MByte pro Sekunde verfügen. Eine harte Nuss für die Konkurenten Quantum, IBM, Hewlett Packard, Seagate oder Sony. Deren Technik bietet derzeit gerade einmal Speicherplatz für 100 GByte Daten und Transferraten um 10 MByte pro Sekunde.

Wettbewerber abgehängt

Quantum hat zwar die Weiterentwicklung der traditionellen magnetischen Bandtechnologien angekündigt. Alle 18 Monate sollen neue Produktgenerationen mit jeweils verdoppelter Speicherkapazität auf den Markt kommen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2006 ein magnetisches Bandlaufwerk mit einer Kapazität von 1 Terabyte anbieten zu können. Für das Jahr 2003 werden allerdings erst einmal Geräte erwartet, die "nur" über Kapazitäten von 160 bzw. 200 GByte verfügen. Einzig Sony scheint mit der O-Mass-Technologie mithalten zu können.

Aufbauend auf ihrer aktuellen Advanced-Intelligent-Tape-Technologie (AIT) haben die Japaner bereits für Anfang 2003 die Verfügbarkeit der weiterentwickelten S-AIT-Technologie angekündigt. Speziell beschichtete Bandspeichermedien, sollen dann in Kombination mit neuentwickelten Schreib-/Leseköpfen die Datendichte bei der magnetische Bandaufzeichnung deutlich erhöhen. Die erste Generation der S-AIT-Bandlaufwerke wird, so haben die Sony-Entwickler kürzlich verkündet, über eine Speicherkapazität von 500 GByte und eine Datentransferrate von 30 MByte pro Sekunde verfügen.

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