Tankerhavarie
Greenpeace kritisiert spanische Regierung

Für das Ausmaß der durch den sinkenden Öltanker "Prestige" ausgelösten Umweltkatastrophe vor der Küste Galiciens macht die Umweltorganisation Greenpeace die spanische Regierung verantwortlich.

HB/dpa SAARBRÜCKEN. Wenn vor Tagen beherzt eingegriffen und das Schiff an die Küste geschleppt worden wäre, hätte die Ladung auf einen zweiten Tanker umgepumpt werden können, sagte Greenpeace - Schifffahrtsexperte Christian Bussau am Dienstag im Saarländischen Rundfunk. Das Wetter sei gut genug für eine solche Aktion gewesen. Bussau sprach von großen Versäumnissen und falscher Vorgehensweise. "Diese Situation hätte es nicht geben müssen."

Heftige Kritik übte Bussau auch an der Situation in der internationalen Tankschifffahrt. Im Moment seien auf den Weltmeeren 3620 Tanker unterwegs, die den Sicherheitsanforderungen absolut nicht genügten. "Die Prestige steht exemplarisch für die weltweite Tankerflotte, die leider überaltert ist und die zum Teil Schiffe fährt, die überhaupt nicht mehr den Sicherheitsanforderungen genügen", sagte Bussau. Die Regierungen Europas, aber auch der anderen Staaten der Welt hätten es nicht geschafft, diese schwimmenden Zeitbomben von den Weltmeeren runterzukriegen. Es sei unverantwortlich, dass erst ab 2015 ein Verbot für Einhüllen-Tanker gelte, sagte Bussau.

Zur Frage der Entschädigung zog Bussau eine Parallele zum 1998 in der Nordsee vom Amrum in Brand geratenen Holzfrachter "Pallas", bei dem nur ein Bruchteil der Schäden von der Versicherung des Reeders gezahlt wurde. So wird es nach Ansicht von Bussau auch im Fall der "Prestige" ablaufen. "Die meisten Schäden - das wird über die 100 Millionen Euro locker hinweggehen - wird der spanische Steuerzahler bezahlen".

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