Tankerunglück
Streit über politische Konsequenzen

Nach dem Untergang des Öltankers "Prestige" im Atlantik ist ein Streit um die politischen Folgen entbrannt. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) kündigte am Mittwoch harte Konsequenzen auf EU-Ebene und stärkere Kontrollen an.

HB/dpa BERLIN/HAMBURG. Während der Verband Deutscher Reeder keine neuen Gesetze für nötig hält, forderten Unionspolitiker in Berlin ein Verbot entsprechender Schiffe. Zu den Konsequenzen nach der verheerenden Ölpest vor der Küste Spaniens sagte Stolpe im ARD-Morgenmagazin: "Wir müssen da ran." Und: "Wir werden Anfang Dezember eine Verkehrsminister-Konferenz in Brüssel haben." Die Tanker müssten moderner werden, "und das wird auch durchgedrückt werden müssen", forderte Stolpe. "Das sind wir den Menschen schuldig."

Nach Ansicht der Union müssen so genannte Einhüllen-Tanker "so schnell wie möglich und ohne wenn und aber" von den Weltmeeren verbannt werden. Die international vereinbarte Übergangsfrist sei zu lang, erklärten die Unions-Fraktionsexperten für Umwelt und Verkehr, Peter Paziorek und Dirk Fischer. "Es kann nicht sein, dass Einhüllentanker als wandelnde Zeitbomben noch bis 2015 europäische Häfen anlaufen dürfen."

Der Verband Deutscher Reeder sieht keinen Bedarf für neue Gesetze. "Solche Forderungen sind politischer Aktionismus nach Öl- Katastrophen", sagte Hauptgeschäftsführer Bernd Kröger am Mittwoch in einem dpa-Gespräch in Hamburg. Das bestehende dreistufige Kontrollsystem müsse besser umgesetzt werden. Aus der Ferne sei aber nicht zu beurteilen, ob eine der Instanzen nachlässig gehandelt habe.

Der Untergang der "Prestige" hätte nach Krögers Ansicht möglicherweise verhindert werden können, wenn die Behörden das Schiff in einen Hafen oder eine geschütze Bucht gebracht hätten. "Durch In- Kauf-Nehmen eines kleineren Schadens hätte man einen größeren vermeiden können", sagte Kröger. "Es kann nicht sein, dass man das Problem zum Nachbarn schafft."

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