Tanks in den Tragflächen werden mit Kevlar-Material ausgekleidet
Concorde zu Tests nach Südfrankreich geflogen

Reuters ISTRES. Ein halbes Jahr nach dem Absturz einer französischen Concorde ist am Donnerstag erstmals wieder ein Überschallflugzeug vom Pariser Flughafen Charles de Gaulles aus gestartet. Die Concorde mit fünf Besatzungsmitgliedern an Bord landete in Istres bei Marseille, wo sie zwei Wochen lang umfangreichen Tests am Boden unterzogen werden soll. Ingenieure des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS erhoffen sich davon Aufschluss über die genaue Ursache des Concorde-Absturzes bei Paris, bei dem im Juli 113 Menschen ums Leben kamen. Erst nach Beseitigung der Mängel könnte die Concorde wieder zu Passagierflügen starten. Der technische Direktor von EADS, Daniel Deviller, sagte, er hoffe, dass die Concorde noch vor dem Sommer startbereit sei.

Auf dem Luftwaffenstützpunkt in Istres wollen die Ingenieure den Leck im Treibstofftank der Concorde nachstellen. Untersuchungen zufolge hatte austretendes Kerosin die Unglücks-Concorde in Brand gesetzt und damit zum Absturz geführt. Bis heute ist nicht geklärt, warum sich das Kerosin entzündete. Die Ingenieure in Istres werden unter den Tragflügeln der Concorde, in denen sich die Tanks befinden, eine gefärbte Flüssigkeit freisetzen und bei der Beschleunigung des Flugzeuges verfolgen, in welche Richtung die Flüssigkeit gedrückt wird. Die Concorde war extra nach Istres gebracht worden, weil dort die Rollbahn mit fünf Kilometern lang genug ist, um die Concorde nach der Beschleunigung auf mehr als 200 Kilometer pro Stunde bremsen zu können.

Die Behörden hatten den Concorde-Eignern Air France und British Airways nach dem Absturz im August die Betriebslizenz entzogen. British Airways (BA) hofft, seine Transatlantikflüge mit der Concorde im Frühjahr wieder aufnehmen zu können. Erste Testflüge der britischen Concorde sind für Februar geplant. BA-Ingenieure haben damit begonnen, die Tanks in den Tragflächen mit Kevlar-Material auszukleiden, demselben Material, das auch für kugelsichere Westen und zum Brandschutz bei Rennwagen benutzt wird. Kevlar wurde bislang bei Militärhubschraubern, aber nicht bei Passagierflugzeugen verwendet.

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