Tankstellen und Raffinerien bleiben im Konzern
RWE-DEA widerspricht Verkaufsspekulationen

Reuters HAMBURG. Das Tankstellen- und Raffineriegeschäft des Mineralölkonzerns RWE-DEA soll entgegen anderslautenden Spekulationen vorerst nicht mit einem anderen Unternehmen zusammen gelegt werden.

Vorstandschef Dieter Dräger sagte am Dienstag, dieser Bereich solle weder verkauft noch in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden. Er wies damit auch Vermutungen über einen Verkauf an BP zurück. Im laufenden Geschäftsjahr 2000/2001 profitiert RWE-DEA wie im Vorjahr vom hohen Rohölpreis, klagt zugleich aber weiter über Verluste im Tankstellengeschäft. Die Chemiesparte von DEA steht den Angaben zufolge kurz vor dem Verkauf.

Der Vorstandschef der Konzernmutter RWE, Dietmar Kuhnt, hatte kürzlich gesagt, die Tankstellen- und Raffinerie-Aktivitäten zählten nicht mehr zum Kerngeschäft. Daraufhin war in Medienberichten über mögliche Käufer für den Bereich spekuliert worden. Als ein denkbarer Interessent war dabei BP genannt worden. Entsprechende Berichte waren aber von keiner Seite bestätigt worden. Zuvor sollen Verhandlungen über einen Verkauf an Shell zu keinem Ergebnis geführt haben.

Verkauf in Zukunft nicht ausgeschlossen

Dräger bekräftigte auf Journalistenfragen, dass RWE-DEA nicht verkauft werde. Auch sei nicht geplant, das Tankstellen- und Raffineriegeschäft in ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem anderen Mineralölkonzern einzubringen. Dräger schloss eine solche Möglichkeit für die Zukunft aber nicht aus. Auch wenn die Konzernmutter den so genannten Downstreambereich nicht mehr zum Kerngeschäft zähle, bestehe derzeit kein unmittelbarer Handlungsbedarf. "Definitiv keine Option" sei allerdings die Überlegung, das Tankstellengeschäft zu verkaufen und die Raffinerien zu behalten. Dagegen bereite DEA den Verkauf seines Chemiegeschäfts zurzeit konkret vor. In naher Zukunft würden bindenden Angebote der Interessenten erwartet und mit einer kleinen Zahl von Bewerbern abschließende Verhandlungen geführt, sagte

Dräger verteidigt Payback-Karte

Der DEA-Chef zeigte sich überrascht über Vorwürfe von Konkurrenten, RWE-DEA habe mit der so Payback-Rabattkarte den Preiskampf unter den Tankstellen angeheizt. Er könne die "Klassenkeile" nicht verstehen, die RWE-DEA deshalb habe einstecken müssen. Mit der Payback-Karte gewährt DEA Barzahlern ab einer gewissen Tankmenge einen Bonus von einem Pfennig je Liter Kraftstoff. Konkurrenten der DEA hatten ihre Tankstellenpreise daraufhin um einen Pfennig gesenkt, was die DEA mit offenen Preissenkungen konterte. Dadurch war im Frühjahr eine Preisspirale nach unten in Gang gekommen, die die Mineralölkonzerne erst im Spätsommer durch mehrere drastische Erhöhungen gestoppt hatten. Am Montag hatte Esso eine neue Preisrunde eingeleitet und die Preise für Diesel und Ottokraftstoffe um jeweils fünf Pfennige erhöht.

Unternehmen profitiert von höheren Rohölpreisen

In den beiden ersten Monaten des Geschäftsjahres 2000/2001 profitierte RWE-DEA bei Rohölförderung und Mineralölverarbeitung von den hohen Rohölpreisen. Das Unternehmen erwartet deshalb ein höheres Betriebsergebnis. Dräger hob vor allem die Erdölförderung hervor, in der die DEA bei Erdölnotierungen über 30 Dollar je Fass mit hohen Gewinnen rechne. Die Raffineriemargen hätten sich in den zurückliegenden Monaten von ihrem niedrigen Niveau zu Anfang des Jahres 2000 erholt. Nach wie vor zu niedrig seien aber die Margen im Tankstellengeschäft. In den beiden ersten Monaten des Geschäftsjahres habe dieses Geschäftsfeld ebenso wie in den Monaten zuvor einen Verlust ausgewiesen.

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