Tantiemen in Höhe von 750 000 Mark
Chefs der maroden Bankgesellschaft kassierten Erfolgsprämie

Die Vorstandsmitglieder der schwer angeschlagenen Bankgesellschaft Berlin haben einem Zeitungsbericht zufolge im Geschäftsjahr 2000 "Erfolgstantiemen" im Gesamtvolumen von mehr als einer Dreiviertelmillion DM kassiert.

ap BERLIN. Das Milliardenloch bei der Bankgesellschaft hat das Land Berlin in eine Finanzkrise gestürzt und die Abwahl des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen (CDU) zur Folge gehabt. Gegen Konzernchef Wolfgang Rupf und weitere Vorstandsmitglieder ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Verdachts der Untreue.

Die "Berliner Zeitung" (Donnerstagausgabe) berichtet, die Vorstandsbezüge seien im abgelaufenen Geschäftsjahr kräftig angehoben worden, obgleich die Situation des Konzerns mit einem Fehlbetrag von 3,223 Mrd. DM (1,648 Mrd. Euro) katastrophal sei. Laut Geschäftsbericht habe sich die Führungsriege eine rund 18-prozentige Erhöhung ihrer Vorstandsbezüge genehmigt. Der Gesamtaufwand für diese Bezüge sei von 7,156 Mill. DM 1999 auf 8,333 Mill. DM 2000 gestiegen. Die Bankgesellschaft habe darauf verwiesen, dass darin auch die Gehälter von zwei zusätzlichen Vorstandsmitgliedern enthalten seien.

Die Zeitung schreibt weiter, nach Angaben der Bankgesellschaft seien zwei Drittel des erhöhten Vorstandsaufwandes - also rund 785 000 DM (400 000 Euro) - als "Erfolgs-Tantieme" an die Vorstandsriege um Rupf gezahlt worden, mit der Begründung, der Konzern habe im Geschäftsjahr 1999 wieder einen ausschüttungsfähigen Gewinn erzielt. Das Blatt schreibt, dieser "Erfolg" sei jedoch zu einem nicht unbeträchtlichen Teil darauf zurückzuführen, dass das Management die Risikovorsorge für fragwürdige Kredite reduziert habe. Als Folge sei der Wertberichtigungsaufwand im Krisenjahr 2000 mit mehr als zwei Mrd. DM netto (1,1 Mrd. Euro) geradezu explodiert.

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