Tariferhöhungen "kontraproduktiv"
Siemens-Chef sieht keine schnelle Erholung

Der High-Tech-Konzern Siemens muss nach den Worten seines Vorstandsvorsitzenden Heinrich von Pierer nicht fürchten, eines Tages wie die US-Unternehmen Enron, Worldcom oder Xerox in einen Bi-lanzskandal verwickelt zu werden.

"Siemens ist mittlerweile eines der transparentesten Unternehmen überhaupt. Das bestätigen mir Fi-nanzanalysten", sagte Pierer im Gespräch mit dem Handelsblatt (Montagausgabe). Von der Diskussion um Bilanzfälschungen sei Siemens überhaupt nicht betroffen. "Wir legen Quartalsbilanzen für jeden unserer Geschäftsbereiche vor - nicht für irgendwelche künstlich gebildete Einheiten, sondern für die Bereiche, wie sie auch am Markt auftreten. Wir wissen, dass es bei uns keinen Anlass zu Kritik gibt", betonte der Vorstandschef. Es werde aber immer eine Herausforderung bleiben, das Siemens-Geschäft in Quartalsscheiben darzustellen, da der Konzern überwiegend ein langfristiges Infrastrukturgeschäft betreibe.

Nach der Bundestagswahl im September dürfe es keine weiteren Kostenerhöhungen für die Unternehmen geben, weil diese kontraproduktiv für den Arbeitsmarkt seien, so Pierer: "Das gilt nicht nur für die staatlich verordneten Kosten, auch für die Löhne. Eine Tariferhöhung von einem Prozent kostet Siemens 100 Millionen Euro. Entweder wir schaffen entsprechendes Wachstum, oder wir müssen die Produktivität erhöhen. Und das bedeutet pro Prozent Tariferhöhung den Gegenwert von 1 500 Arbeitsplätzen. Das ist eine bittere Logik, die auch die IG Metall kennt, aber nicht wahrhaben will."

Auf dem Telekommunikationsmarkt rechnet der Siemens-Chef nicht mit einer schnellen Erholung: "Ich glaube schon, dass die Investitionen der Telekommunikationsbetreiber wieder anziehen werden", so Pierer. "Bis zu einer deutlichen Belebung kann es aber noch dauern, möglicherweise 18 Monate oder sogar noch länger. Bei Mobiltelefonen wird es in diesem Jahr-wenn überhaupt - nur ein ganz leichtes Wachstum geben. Ich rechne mit einem Absatz von leicht über 400 Millionen Geräten."

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