Tarifexperte: Angebot der Arbeitgeber fair
IG Metall weitet Warnstreiks aus

Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall am Dienstag ihre Gangart verschärft. Nach Ende der Friedenspflicht am vergangenen Donnerstag legten erstmals auch Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen die Arbeit nieder.

dpa FRANKFURT/MAIN. In Bayern setzte die Gewerkschaft ihre Warnstreiks von Karfreitag fort. Für diesen Mittwoch sind auch in Hessen die ersten Warnstreiks angekündigt. In Baden-Württemberg werden mehr als 3 000 Beschäftigte zu Kundgebungen erwartet.

Die IG Metall fordert 6,5 % höhere Einkommen, die Arbeitgeber beharren auf ihrem Angebot von jeweils zwei Prozent 2002 und 2003. In der nächsten Woche will die Gewerkschaft zu flächendeckenden Warnstreiks aufrufen.

Hans-Werner Busch, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, sprach im Westdeutschen Rundfunk (WDR) von einer "reichlich unvernünftigen" Haltung der IG Metall und von unnützem Säbelrasseln. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warf der Gewerkschaft "unverantwortliche Kraftmeierei" vor. Niedersachsens Metall- Verhandlungsführer Dietrich Kröncke nannte die Streiks "Erpressung" und "Mittel des 19. Jahrhunderts".

Rückendeckung bekommen die Arbeitgeber von den Wirtschaftsforschern. Das Angebot der Arbeitgeber von zwei Prozent sei "sehr fair", sagte Tarifexperte Hagen Lesch von Institut der deutschen Wirtschaft dem WDR. Ein Tarifabschluss in dieser Höhe sei "wünschenswert".

Im nordrhein-westfälischen Lohmar (Rhein-Sieg-Kreis) legten am Morgen 600 Beschäftigte des Automobilzulieferers GKN Walterscheid GmbH vorübergehend die Arbeit nieder. IG Metall-Sprecher Wolfgang Nettelstroth sprach von einer ersten "kleineren Aktion", der zahlreiche folgen würden.

In Hannover sind mit Beginn der Frühschicht die Beschäftigten der Kabelhersteller Radio Frequency Systems (RFS)und Nexans in Warnstreiks getreten. Auch der niedersächische IG Metall-Sprecher Jörg Köther kündigte an, die Aktionen im Vorfeld der nächsten Verhandlungsrunde am 12. April "auf eine breite Basis" zu stellen. Im unterfränkischen Bad Brückenau legten rund 250 Beschäftigte eines Automobilzulieferers für eine Stunde die Arbeit nieder.

Am Mittwoch sollen nach den Plänen der IG Metall die Beschäftigten von 13 hessischen Betrieben ihren Dienst früher beenden, um an einer Großkundgebung in Mainz teilnehmen zu können. In Baden-Württemberg werden in Offenburg mehr als 3 000 Menschen zu einer Kundgebung erwartet.

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