Tarifgespräche fortgesetzt -Einnahmeausfälle für Flughafenbetreiber
Lufthansa-Tarifstreit belastet Börsenkandidaten Fraport

Sollte der Tarifkonflikt eskalieren, "so kann dies wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, die Finanzlage und die Ertragslage von Fraport haben", warnt der Flughafenbetreiber im Verkaufsprospekt für den am 11. Juni geplanten Börsengang.

hz/mm FRANKFURT/M. Der Pilotenstreik bei der Lufthansa birgt für den Börsenaspiranten Fraport AG ein erhebliches Risiko. Sollte der Tarifkonflikt eskalieren, "so kann dies wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, die Finanzlage und die Ertragslage von Fraport haben", warnt der Flughafenbetreiber im Verkaufsprospekt für den am 11. Juni geplanten Börsengang. Die Emission zählt zu den größten deutschen Platzierungen dieses Jahres.

Lufthansa

und Piloten setzten sich unterdessen wieder an den Verhandlungstisch, um eine Lösung im Tarifstreit zu suchen. Eine baldige Einigung war nicht in Sicht. Nach Deutschland wird nun auch der Luftverkehr in Italien von einem Tarifkonflikt erschüttert: Ein Streik bei der Fluggesellschaft Alitalia sorgte für Behinderungen an den Flughäfen.

Fraport rechnet nach eigenen Angaben wegen des Streiks bei ihrem größten Kunden Lufthansa mit Einnahmeausfällen in einstelliger Millionenhöhe. Dem Frankfurter Flughafenbetreiber gingen Start- und Lande- sowie Passagiergebühren verloren. Zudem könnten etwa Mitarbeiter der Bodendienste wegen des Streiks nicht voll arbeiten, müssten jedoch vor Ort sein.

Neben dem Pilotenstreik hat Fraport auch mit dem wachsenden Unmut der Airlines zu kämpfen. Wenige Wochen vor dem Börsengang erhöhen die Fluggesellschaften den Druck auf Fraport, einer langfristigen Regelung der Flughafenentgelte zuzustimmen. "Andernfalls drohen auch in Frankfurt eines Tages Zahlungsverweigerungen mit langwierigen Rechtsstreitigkeiten", heißt es in einem Brief von Martin Gaebges, Generalsekretär beim Branchenverband Board of Airline Representatives in Germany (Barig), an die Lufthansa. Der Brief liegt dem Handelsblatt vor. Bereits jetzt gebe es mit einigen Ferienfliegern in Frankfurt gerichtliche Auseinandersetzungen.

Die am Börsengang beteiligten Banken halten die Fraport-Aktie mit 38 bis 47 Euro für fair bewertet. Finanzkreise rechnen damit, dass das Papier mit einem deutlichen, bei Börsengängen üblichen Risikoabschlag platziert wird.

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