Tarifkonflikt spitzt sich weiter zu
Lokführer wollen gesamten Berufsverkehr lahm legen

Der Tarifkonflikt bei der Bahn verschärft sich weiter und wird am Donnerstag voraussichtlich erstmals bundesweit zu Behinderungen im Bahnverkehr führen. Die Lokführer wollen nach Angaben ihrer Gewerkschaft GDL vom Dienstag in den frühen Morgenstunden des Donnerstag bundesweit streiken. Dabei würden all wichtigen Metropolen in Deutschland betroffen sein, sagte ein Sprecherin. Bestreikt würden sowohl Nah- als auch Fernverkehr.

Reuters BERLIN. Am Dienstag litt unter den Warnstreiks bei der Bahn vor allem der Nahverkehr in Bayern. Bestreikt wurde unter anderem die S-Bahn in München und der Verkehr um Nürnberg und Regensburg.

Bislang haben die beiden anderen Bahn-Gewerkschaften, Transnet und GDBA, ihren Tarifforderungen mit regionalen Warnstreiks Nachdruck verliehen. Sie vertreten rund 160 000 der gut 200 000 Bahnbeschäftigten. Die GDL vertritt nach eigenen Angaben rund drei Viertel der 35 000 Lokführer und ist mit den beiden anderen Gewerkschaften zerstritten. Sie will in der Tarifrunde ihre eigenen Forderungen durchsetzen. Am Donnerstag treffen sich alle drei Gewerkschaften mit der Deutschen Bahn AG zu einer neuen Tarifrunde.

Das Unternehmen hat angekündigt, dann ein konkretes Angebot vorzulegen, das aus etwas mehr als einem Inflationsausgleich bestehen soll. Bahn-Personalvorstand Norbert Bensel erklärte, er und auch die Bahn-Kunden könnten daher die massiven Warnstreiks in diesen Tagen nicht verstehen. Transnet und GDBA verlangen fünf Prozent mehr Lohn und eine Angleichung der Ost-Gehälter an das Westniveau. Die GDL will drei Prozent mehr Lohn und Verbesserungen bei den Arbeitszeiten. Transnet-Chef Norbert Hansen nannte in der "Stuttgarter Zeitung" eine Einigung an diesem Donnerstag unrealistisch.

Schwerpunkt der Streiks war am Dienstag Bayern. Nach Angaben der Bahn AG waren rund 300 000 Passagiere in 160 Zügen betroffen. Ein Sprecher von Transnet und GDBA sagte, insgesamt hätten rund 400 Beschäftigte an den Warnstreiks teilgenommen. In München sei fast der komplette S-Bahn-Verkehr zum Erliegen gekommen, über 70 Züge seien blockiert gewesen. In Nürnberg wurde den Angaben zufolge der gesamte Hauptbahnhof lahm gelegt und auch in Regensburg waren 20 Zugverbindungen betroffen.

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