Tarifstreit
Warnstreiks im NRW-Einzelhandel fortgesetzt

Rund 400 Beschäftigte haben am Morgen die Arbeit niedergelegt. Die Arbeitgeber hatten zuletzt zwei Prozent mehr Lohn und Gehalt angeboten.

Reuters DÜSSELDORF. Im Tarifkonflikt des nordrhein-westfälischen Einzelhandels haben die Gewerkschaften am Montag ihre Warnstreiks fortgesetzt. Rund 400 Beschäftigte bestreiken nach Angaben der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) in Düsseldorf seit dem frühen Morgen unter anderem fünf Filialen der Supermarkt-Kette "real" am Niederrhein, das Mercator-Center in Duisburg sowie zehn "Aldi"-Fillialen in Solingen. Mit den ganztägigen Streiks wolle man die Arbeitgeber zu einem verbesserten Tarifangebot bewegen. Die Arbeitgeber hatten zuletzt jeweils zwei Prozent mehr Lohn und Gehalt für 2000 und 2001 geboten.

Mit den Streiks reagiere man zudem auf die Aufkündigung der bereits geschlossenen Tarifverträge für Rheinland-Pfalz und das Saarland durch die Arbeitgeber. "Die Beschäftigten ließen sich nicht von der allgemeinen Tarifentwicklung abkoppeln", erklärte HBV-Verhandlungsführer Gerhard Keuchel. Keuchel warf den Arbeitgebern zudem einen "Preiskrieg und Verdrängungswettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten" vor.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hatte vergangene Woche die jüngst geschlossenen Tarifverträge für Rheinland-Pfalz und das Saarland im Rahmen der Erklärungsfrist zurückgenommen. Die Verträge sahen eine Anhebung der Löhne und Gehälter um 2,5 % und eine monatliche Zahlung von 20 Mark zur Altersvorsorge vor.

Bereits am Freitag war es zu Streiks von rund 1 000 Beschäftigten in 26 Betrieben gekommen, die erstmals in dieser Tarifrunde gemeinsam von HBV und der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) ausgerufen waren. Die fünfte Verhandlungsrunde Anfang Juni hatte keine Annäherung gebracht. Bislang gibt es keinen Termin für eine nächste Verhandlungsrunde. Die HBV kündigte eine Fortsetzung der Warnstreiks in dieser Woche an.

Die DAG fordert für die rund 470 000 Beschäftigten des nordrhein-westfälischen Einzelhandels fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt, die HBV verlangt eine Anhebung um vier Prozent sowie eine Einmalzahlung von 140 Mark. Der alte Tarifvertrag war am 31. März ausgelaufen.

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