Tarifverhandlungen
Zeichen stehen auf Streik

Mit reger Beteiligung der Beschäftigten haben am Donnerstag in den Tarifgebieten Baden-Württemberg und Berlin/Brandenburg die Urabstimmungen über Streiks in der Metall- und Elektroindustrie begonnen. IG-Metall-Chef Klaus Zwickel rechnete mit einer deutlichen Mehrheit für einen Streik:

dpa STUTTGART/BERLIN. "Wir brauchen 75 Prozent als Minimum, die erreichen wir mit Sicherheit. Und alles was darüber ist, ist ein deutliches Mehr an Zustimmung." Das Ergebnis der Abstimmung will die IG Metall am Dienstag verkünden. Die Arbeitsniederlegungen könnten am 6. Mai beginnen.

In vielen Betrieben hätten die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter bereits in den ersten Stunden ihre Stimme abgegeben, berichteten Betriebsräte in Berlin. Bereits um Mitternacht waren in Baden-Württemberg die ersten Metaller während der Spätschicht dem Aufruf der IG Metall gefolgt. Die Beschäftigten gaben ihre Stimmen in Gaststätten oder im Büro des Betriebsrats ab. Vielerorts kamen auch so genannte fliegende Wahlurnen zum Einsatz, die von Vertrauensleuten der Gewerkschaften durch die Büros und Werkhallen getragen werden.

Die Arbeitgeber in der Metall- und Elektroindustrie schlossen unterdessen bei einem langwierigeren Arbeitskampf Aussperrungen weiterhin nicht mehr aus. Jeder Betrieb müsse die Möglichkeit haben, flexibel auf die Streiks zu reagieren, bekräftigte Martin Kannegiesser, Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, im ARD-Morgenmagazin.

Bis zum kommenden Dienstag sind im Südwesten der Republik Beschäftigte in 830 Betrieben aufgerufen, ihr Votum abzugeben. Bei Bosch in Reutlingen und Siemens in Bruchsal (Kreis Karlsruhe) wählten die Metaller bereits in der Nachtschicht. In Berlin und Brandenburg findet die Urabstimmung in 177 Betrieben statt. Dazu gehören viele Berliner Niederlassungen von größeren Konzernen wie Siemens, DaimlerChrysler oder BMW, aber auch Unternehmen in der Provinz.

Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit 3,6 Millionen Metaller 6,5 Prozent mehr Entgelt. Die Arbeitgeber haben 3,3 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 190 Euro angeboten. Zuletzt war es 1995 in Bayern zu einem Metallerstreik gekommen.

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