Taschenbücher sind der Renner
Deutscher Buchmarkt stagniert erstmals seit 25 Jahren

Der deutsche Buchmarkt hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 25 Jahren kein Wachstum verzeichnet. Auch für das laufende Jahr geht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels von einem Umsatzrückgang aus.

Reuters FRANKFURT. Mit einem geschätzten Volumen von 9,4 Milliarden Euro zu Ladenpreisen habe der Umsatz mit Büchern im vergangenen Jahr 0,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres gelegen, teilte der Börsenverein am Dienstag in Frankfurt mit. Damit habe der Buchumsatz in Deutschland erstmals seit Einführung der Branchenstatistik im Jahr 1976 eine Stagnation verbucht.

"Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation bei Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunk und bei der anhaltenden Konjunkturflaute im Einzelhandel behauptet sich das Buch relativ stabil, auch wenn wir im Jahr 2002 mit einem Umsatzrückgang rechnen müssen", erklärte Dieter Schormann, Vorsteher des Börsenvereins. Der Rückgang dürfte bei rund zwei Prozent liegen.

Buchhändler: Wir nehmen Pisa-Studie sehr ernst

Die Ergebnisse der Pisa-Studie würden vom Börsenverein sehr ernst genommen, sagte Schormann weiter. Der Verband wolle zusammen mit der Regierung einen Maßnahmekatalog entwickeln, um die Lesefähigkeit aufzubauen. "Die Pisa-Studie hat die Eltern sensibilisiert. Das Nachmittagsgeschäft, das heißt der Handel vor allem von Schul- und Lehrbüchern, wird sicherlich wachsen". Der Umsatzrückgang im vergangenen Jahr sei vor allem durch Fachzeitschriften verursacht worden, deren Verkaufserlöse um rund neun Prozent zurückgingen, hieß es weiter. Der Umsatz mit Büchern selbst kletterte den Angaben zufolge um 0,9 Prozent. Mit einem Zuwachs von rund 50 Prozent konnte der Versandhandel von über das Internet bestellten Büchern deutlich zulegen. Ein Renner seien vor allem Taschenbücher gewesen, deren Anteil am Gesamtumsatz um rund 20 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro kletterte. Von allen im vergangenen Jahr veröffentlichten Romanen erschienen 38,1 Prozent als Taschenbuch. Etwa jedes siebte Buch, dass 2001 in Deutschland veröffentlicht wurde, wurde den Angaben zufolge aus einer anderen Sprache übersetzt, wobei die Herkunftssprache Englisch mit 74,1 Prozent dominierte.

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