„Task Force“ der Wirtschaft: Regierung will Ausbildung erleichtern

„Task Force“ der Wirtschaft
Regierung will Ausbildung erleichtern

Die Bundesregierung will die betriebliche Ausbildung erheblich erleichtern. Dazu sollen die bestehenden Regeln für die Eignung der Ausbilder, nach der nur Meister oder Gesellen mit besonderer Prüfung ausbilden dürfen, für fünf Jahre außer Kraft gesetzt werden.

HB/dpa BERLIN. Bundesbildungsministerin Edelgard Buhlmahn (SPD) erläuterte am Mittwoch im Kabinett ein entsprechendes Konzept. Es soll nach einer Anhörung im Mai verabschiedet und im August umgesetzt werden. Nach Bulmahns Schätzung können damit jährlich bis zu 20 000 Betriebe zusätzlich die Chance für mehr Lehrstellen nutzen.

Die Spitzenverbände der Wirtschaft kündigten in Berlin die Bildung einer übergreifenden "Task Force" zur Bündelung ihrer Maßnahmen für mehr Ausbildungsplätze an. Zu dem beschlossenen Maßnahmenpaket des "Kuratoriums der deutschen Wirtschaft für Berufsbildung" gehören die Organisation von so genannten Ausbildungsverbünden und verstärkte Werbung.

Nach dem Konzept Bulmahns sollen die Bestimmungen der "Ausbildungseignungsverordnung" außer Kraft gesetzt werden. Bisher müssen demnach Ausbildungsbetriebe berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse in einem Lehrgang mit Prüfung nachweisen. Künftig reicht die bisher übliche Überprüfung der Eignung durch die Kammer aus. Die Handwerksordnung soll entsprechend novelliert werden. Im Jahr 2001 hatten etwa 54 000 Ausbilder eine AEVO-Prüfung abgelegt. 18 000 Betriebe beantragten gleichzeitig eine Ausnahme von der Prüfung und boten zusätzliche Lehrstellen an, teilte das Bildungsministerium mit.

Die Union beklagte die "dramatische Lage" am Ausbildungsmarkt. Für den Beginn des Ausbildungsjahres im Herbst 2003 fehlten knapp 120 000 Lehrstellen, davon mehr als 90 000 in den neuen Ländern, sagten die Sprecherinnen der CDU/CSU-Bundestagfraktion für Bildungspolitik und für Wirtschaftspolitik, Katherina Reiche und Dagmar Wöhrl. Lediglich 48 Prozent der Jugendlichen hätten Ende 2002 eine reguläre Ausbildung begonnen.

Reiche und Wöhrl hatten am Dienstag einen Antrag ihrer Fraktion vorgelegt, mit dem die Betriebe durch Senkung der Lohnnebenkosten entlastet werden sollen, um mehr Lehrstellen schaffen zu können.

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