„Taskforce" soll Probleme in Griff kriegen
Bahn-Umsatz hat Verspätung

Der Umsatz der Deutschen Bahn AG im Personenverkehr ist nach einem Pressebericht in den ersten beiden Monaten dieses Jahres um sieben Prozent unter Plan geblieben.

Reuters BERLIN. Verantwortlich dafür seien neben der schwachen Konjunktur auch hausgemachte Schwierigkeiten, berichtete das Magazin "Spiegel" am Wochenende unter Berufung auf Bahn-Vorstand Christoph Franz. So sei etwa die Pünktlichkeit der Bahn nach dem Fahrplanwechsel im Dezember von 90 auf 60 % zurückgegangen. Zu schaffen mache dem Unternehmen auch die Konkurrenz der Billigflieger und die Umstellung auf das neue Preissystem, habe Franz auf einer Vorstandssitzung gesagt. Der Chef der Eisenbahnergewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, bestätigte Umsatzeinbrüche. In einigen Bereichen lägen sie bei mehr als 18 %, zitiert das ZDF Hansen, der auch Bahn-Aufsichtsrat ist. Auch ein Firmen-Sprecher räumte Umsatzrückgänge ein, wollte aber keine Zahlen nennen.

Dem "Spiegel" zufolge will die Bahn mit einer Taskforce die Probleme bei der Pünktlichkeit in den Griff bekommen. Damit solle festgestellt werden, welcher Mitarbeiter für welche Verspätungen oder Pannen verantwortlich sei. Für den Rückgang bei den Passagierzahlen gebe es eine Reihe von Gründen, sagte der Bahn-Sprecher. Neben der Konjunktur, dem schlechten Wetter und einer Verlagerung vom Fern- zum Nahverkehr spiele auch das neue Preissystem ein Rolle. Es sei aber normal, dass eine solche Neuerung sich noch nicht überall durchgesetzt habe.

Im ZDF verlangte Transnet-Chef Hansen dagegen Korrekturen am Preissystem: "Nicht warten, bis die Kunden umgedacht haben oder bis sie es dann endlich gelernt haben. Es geht hier nicht um unwillige Kinder, sondern es geht um den König Kunde, und der muss ernst genommen werden."

Hansen hat dem "Spiegel" zufolge in einem Brief an Bahnchef Hartmut Mehdorn und Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) dem Unternehmen milliardenschwere Fehlentscheidungen vorgeworfen. Gegen einen schnellen Börsengang werde er massiven Widerstand leisten, soll es in dem Brief heißen. Mehdorn hatte zuletzt von einem teilweisen Börsengang im Jahr 2005 gesprochen.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) nannte die Billigflieger eine Konkurrenz für die Bahn. "Es findet eine Verlagerung von der Schiene in die Luft statt", sagte der Minister der "Berliner Zeitung". Dies sei für umweltfreundliche Verkehrsträger wie die Bahn ein Problem.

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