Taten aus Langeweile
Versender angeblicher „Milzbrand-Briefe“ gefasst

Zwei Männer, die in der Zeit nach dem 11. September 128 Briefe mit angeblichen Milzbrand-Erregern verschickt haben, sind in Frankfurt am Main festgenommen worden. Das hat die federführende Staatsanwaltschaft München I am Freitag mitgeteilt.

dpa/HB MÜNCHEN. Die beiden 51 und 57 Jahre alten Männer hatten die anonymen Briefe mit einem weißen, in Wirklichkeit harmlosen Pulver vom 4. Dezember vergangenen Jahres an bundesweit an Medien, Behörden und Privatleute geschickt. Der 51-jährige, arbeitslose Hauptschuldige gab an, die Briefe "aus Langeweile" versendet zu haben.

Nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York waren in den USA zahlreiche Briefe mit dem Milzbrand-Erreger Anthrax von unbekannten Tätern verschickt worden, fünf Todesopfer waren dort zu beklagen. Auch in Deutschland gab es etliche "Trittbrett-Fahrer", die daraufhin Briefe mit weißem Pulver verschickten oder bei unbeliebten Nachbarn vor die Tür legten. Jedes Mal war ein großer Polizeieinsatz die Folge, Briefverteilzentren und Behörden in Deutschland waren zum Teil stundenlang lahm gelegt.

Die Kripo war den Männern auf die Spur gekommen, weil sie in den Jahren 1995 und 1996 an manche ihrer Adressaten schon einmal pornografisches Material verschickt hatten. Sie waren deswegen bereits wegen Verbreitung pornografischer Schriften verurteilt worden.

Schon vor dem neuen Ermittlungsfall waren einige "Trittbrett-Fahrer" gefasst und zu Geld- oder Haftstrafen verurteilt worden.

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