Tatfolgen nicht einer einzelnen Person zuzurechnen
Staatsanwaltschaft stimmt Einstellung von Flughafen-Prozess zu

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft stimmt der Einstellung des Strafprozesses um die Brandkatastrophe auf dem Flughafen Düsseldorf vor fünf Jahren zu. Wie Anklagevertreter am Donnerstag am Rande des Prozesses am Düsseldorfer Landgericht mitteilten, begründete die Behörde dies unter anderem mit der Einschätzung, dass die "furchtbaren Tatfolgen" nicht einer einzelnen Person zuzurechnen seien.

afp DÜSSELDORF. Vielmehr sei ein gleichzeitiges Fehlverhalten weiterer Personen für den Ausbruch des Großbrandes im April 1996 verantwortlich. Zudem lägen mögliche Verfehlungen "zum Teil sehr lange Zeit zurück". Außerdem sei allen Angeklagten in dem langwierigen Verfahren "ihr jeweiliges Fehlverhalten und ihr Verschulden eindringlich vor Augen geführt" worden. Es wurde erwartet, dass das Gericht noch am Donnerstag über die Einstellung des Verfahrens gegen die neun Angeklagten entscheiden würde.

Die Strafkammer hatte die Einstellung gegen Geldzahlungen zwischen 6000 und 40 000 DM in der vergangenen Woche angeregt. Zur Begründung hieß es, das Verfahren habe trotz der insgesamt bereits absolvierten 88 Prozesstage nur Anhaltspunkte für eine "geringe Schuld" der Angeklagten ergeben. Der Prozess gegen Schweißarbeiter, Bauexperten, Flughafenmitarbeiter und Feuerwehrleute hatte bereits im August 2000 für Schlagzeilen gesorgt. Damals wurde das im Dezember 1999 eröffnete Verfahren wegen eines alkoholkranken Schöffen nach 42 Verhandlungstagen abgebrochen und anschließend neu aufgerollt. Bei dem Großbrand im April 1996 waren 17 Menschen erstickt, 88 wurden verletzt.

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