Tausch gegen BPs Ruhrgas-Beteiligung
Eon erlöst Milliarden durch Veba-Oel-Verkauf

Die Eon AG will ihren restlichen Anteil von 49 Prozent an der Veba Oel zum 1. Juli 2002 für 3,3 Milliarden Euro an BP verkaufen.

Reuters ESSEN. Deutschlands größter Energiekonzern löst damit eine Option ein, die Eon und BP Anfang des Jahres im Zuge ihres damals beschlossenen Tauschs von Veba Oel gegen BPs Ruhrgas-Beteiligung vereinbart hatten, sagte Vorstandschef Ulrich Hartmann am Dienstag auf der Hauptversammlung in Essen.

Vor den rund 5000 Aktionären in der Essener Grugahalle bekräftigte Hartmann, die von Eon verfolgte, von der Konkurrenz aber abgelehnte und in der Öffentlichkeit umstrittene Übernahme der Ruhrgas AG sei sowohl für das Unternehmen wie auch die Versorgungssicherheit in Deutschland insgesamt notwendig.

Eon will mit Ruhrgas zu einem der größten Gas-Unternehmen Europas aufsteigen. Dazu braucht der Konzern eine Sondergenehmigung des Bundeswirtschaftsministers, mit der ein im Januar ausgesprochenes Verbot des Kartellamtes außer Kraft gesetzt werden kann.

Ruhrgas-Bekenntnis

Die so genannte Ministererlaubnis ist Hartmann zufolge nicht nur für Eon und Ruhrgas wirtschaftlich wichtig, sondern auch für das Gemeinwohl nötig. Nur ein großer Gaskonzern könne die künftige Versorgungssicherheit garantieren. Dieses Argument wird von Gegnern der Ruhrgas-Übernahme allerdings bestritten. Die in der vorigen Woche veröffentlichte Ablehnung einer Ministererlaubnis durch die Monopolkommission habe Eon nicht grundsätzlich überrascht, wohl aber das Ausmaß, mit dem über "energiewirtschaftliche Realitäten" hinweg gegangen worden sei, sagte Hartmann. Die Experten hatten dem Wirtschaftsminister empfohlen, die von Eon beantragte Sondergenehmigung auch unter Auflagen nicht zu genehmigen.

Powergen auf der Zielgeraden

Der amerikanische Energiemarkt hat Hartmann zufolge für Eon Priorität. Dort will sich der Düsseldorfer Konzern mit seiner künftigen Tochter LG&E die Basis als integriertes Stromunternehmen zunächst im mittleren Westen schaffen.

Innerhalb des nächsten Monats erwarte Eon die noch ausstehende Genehmigung der US-Börsenaufsicht SEC zum Erwerb der britischen Powergen und ihrer US-amerikanischen Tochter LG&E. "Unsere Erfahrungen als integrierter Anbieter (im Stromgeschäft) machen uns gerade jetzt in den USA zu einem gesuchten Partner", sagte Hartmann. Er hatte schon früher bestätigt, dass Eon bereits Gespräche mit potenziellen Übernahmekandidaten in den USA führt.

5,2 Milliarden Euro durch Veba-Verkauf

Der Verkauf der Veba Oel wird Eon den Angaben eines Sprechers zufolge insgesamt 5,2 Milliarden Euro einbringen. 1,9 Milliarden davon entfallen auf zurückerstattete Gesellschafterdarlehen. Zum vereinbarten Kaufpreis von 2,8 Milliarden Euro kommt noch eine halbe Milliarde hinzu. Das ist der vereinbarte Erlösanteil von Eon am Verkauf des Explorations- und Fördergeschäfts von Veba Oel an Petro Canada im Frühjahr.

Eon hatte im Frühjahr mit BP vereinbart, die eigene Tochter Veba Oel gegen den Ruhrgas-Anteil von BP zu tauschen. Dieser Anteil, den BP in seiner Tochter Gelsenberg hält, soll 2,4 Milliarden Euro kosten. Kaufen wird Eon diesen Anteil aber nur im Falle einer Ministererlaubnis für die Übernahme der Mehrheit an Ruhrgas. Der Verkauf der Veba-Oel-Anteile ist davon jedoch nicht betroffen.

Mit Veba Oel setzt Eon Hartmann zufolge seinen Kurs der Desinvestition von nicht zum Kerngeschäft Energie gehörenden Unternehmensteilen fort. Bislang habe Eon durch Verkäufe 29 Milliarden Euro erlöst. Der Konzern muss sich über kurz oder lang ganz auf das Energiegeschäft konzentrieren, weil er sonst in den USA nicht aktiv sein darf.

Zuletzt hatte Eon im Zuge seiner geplanten Ruhrgas-Übernahme die teilweise Trennung von seiner Chemietochter Degussa angekündigt. Degussa soll in zwei Schritten unter das Dach der RAG, früher Ruhrkohle, kommen. Hartmann sagte, diese Transaktion sei für alle Seiten vorteilhaft.

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