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Tausende bangen bei Karstadtquelle um ihren Job

Beim angeschlagenen Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadtquelle müssen tausende Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz bangen. In einer entscheidenden Krisensitzung beriet der Aufsichtsrat der Karstadtquelle AG am Montag in Essen über ein Sanierungskonzept, das nach Medienberichten den Abbau von bis zu 8 500 der rund 100 000 Stellen im Konzern vorsieht. Noch in der Nacht sollten die Führungskräfte des Konzerns auf den neuen Kurs eingeschworen werden. Die Öffentlichkeit soll an diesem Dienstag informiert werden, die Beschäftigten einen Tag später am Mittwoch.

dpa-afx ESSEN. Beim angeschlagenen Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadtquelle müssen tausende Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz bangen. In einer entscheidenden Krisensitzung beriet der Aufsichtsrat der Karstadtquelle AG am Montag in Essen über ein Sanierungskonzept, das nach Medienberichten den Abbau von bis zu 8 500 der rund 100 000 Stellen im Konzern vorsieht. Noch in der Nacht sollten die Führungskräfte des Konzerns auf den neuen Kurs eingeschworen werden. Die Öffentlichkeit soll an diesem Dienstag informiert werden, die Beschäftigten einen Tag später am Mittwoch.

Mehr als jedes dritte der insgesamt 181 Warenhäuser soll nach den bislang vorliegenden Medieninformationen in seiner bisherigen Form nicht mehr bestehen bleiben. Für die anderen seien neue Betriebsformen vorgesehen. Zusätzlich sollen enorme Wertberichtigungen nötig sein. "Es geht ums Überleben", hatte der Karstadtquelle-Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Middelhoff noch am Wochenende dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" gesagt.

Beobachter hatten bereits im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Sitzung in der Essener Konzernzentrale von einem "Schicksalstag" in der mehr als 120-jährigen Geschichte des Traditionskonzerns gesprochen. Chefkontrolleur Middelhoff hatte angesichts der angespannten Lage einen "echten Solidarpakt von Mitarbeitern wie Führungskräften, Gesellschaftern und Banken" gefordert.

Nach kräftigen Kursgewinnen noch am vergangenen Freitag reagierte die Börse am Montag mit heftigen Verlusten auf die Nachrichten aus dem ums Überleben kämpfenden Unternehmen. Der Kurs der im MDax notierten Aktie brach um bis zu 8,7 Prozent auf 13,06 Euro ein.

Für Mittwoch sind nach Angaben der Gewerkschaft ver.di bundesweit zeitgleiche Betriebs- und Mitarbeiterversammlungen zu dem Sanierungskonzept geplant. Zu möglichen Standortschließungen und Personalabbau wollte sich die Gewerkschaft nicht äußern. Allerdings befürchtete der stellvertretende ver.di-Landeschef in Niedersachsen, Peter Franielczyk "tiefgehende Einschnitte". Welche Standorte genau von einem Aus bedroht seien, sei derzeit aber noch unklar. Die Gewerkschaft kündigte Gespräche mit Politikern an, um gemeinsame "Hilfsmaßnahmen" zur Rettung von Filialen zu erstellen. Zugleich äußerte der Gewerkschafts-Funktionär Kritik am Karstadtquelle - Management. Bei einem Personal-Abbau sei in den Warenhäusern keine individuelle Beratung für die Kunden mehr möglich.

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