Tausende Bergleute betroffen
RAG will weitere Zechen stilllegen

Der Essener Bergbaukonzern RAG will bis zum Ende des Jahres 2007 zwei weitere Zechen in Deutschland stilllegen. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende der RAG und Chef des Gesamtverbands des deutschen Steinkohlenbergbaus, Karl Starzacher, am Mittwoch in Essen an.

HB/dpa ESSEN. Über die Standorte werde im kommenden Jahr im Zusammenhang mit einer Anschlussregelung für die im Jahr 2005 auslaufenden kohlepolitischen Vereinbarungen entschieden. Derzeit fördern noch zehn Steinkohlezechen in Deutschland, davon sieben im Ruhrrevier, eine in Ibbenbüren und zwei Bergwerke im Saarland.

Von der Schließung einer Schachtanlage seien im Durchschnitt etwa 3000 bis 4000 Bergleute betroffen. Auf Grund der großen Entfernungen zwischen den einzelnen Standorten sei die Bildung weiterer Verbundbergwerke unter den noch fördernden Schachtanlagen nicht mehr möglich. Nach dem Abbau von 2200 Beschäftigten im laufenden Jahr bezifferte Starzacher die Zahl der aktiven Beschäftigten im deutschen Steinkohlenbergbau auf derzeit rund 44 700. Bis Ende des Jahres 2005 sei ein weiterer Rückgang auf 36 000 Mitarbeiter fest eingeplant.

Bis zum Jahr 2005 und möglichst auch darüber hinaus wolle die RAG jedoch weiterhin auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Starzacher kündigte ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm an, mit dem die RAG-Tochter Deutsche Steinkohle AG bis zum Jahr 2005 Einsparungen von rund 1,5 Milliarden Euro erreichen wolle.

Das Unternehmen erwarte im kommenden Jahr eine Entscheidung über eine kohlepolitische Anschlussregelung nach dem Auslaufen der derzeit gültigen Vereinbarung. Die EU-rechtlich bereits vorgezeichneten Anpassungen erzwängen einen weiteren Rückgang der Förderung von 26 Millionen Jahrestonnen im Jahr 2005 auf rund 22 Millionen Tonnen ab dem Jahr 2008, sagte Starzacher. Von 1997 bis heute hat der deutsche Steinkohlenbergbau rund 40 000 Arbeitsplätze abgebaut.

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